Toerisme-online

Enzkreis

         

Plaatsen in Enzkreis

  Birkenfeld * Eisingen *  Engelsbrand * Friolzheim * Heimsheim * Illingen * Ispringen * Kämpfelbach * Keltern * Kieselbronn * Knittlingen * Königsbach-Stein * Maulbronn * Mönsheim * Mühlacker * Neuenbürg * Neuhausen * Neulingen * Niefern-Öchselbronn * Ölbronn-Dürrn * Ötisheim * Remchingen * Sternenfels * Straubenhardt * Tiefenbronn *  Wiernsheim * Wimsheim * Wurmberg

 

Birkenfeld

Birkenfeld ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Birkenfeld liegt im Enztal in 260 bis 352 Meter Höhe, etwa 7 km von Pforzheim entfernt. Die heutige Gemeinde entstand durch Eingemeindung von Gräfenhausen nach Birkenfeld am 1. Januar 1972.

Das Gemeindegebiet wenige Kilometer westlich von Pforzheim erstreckt sich im Übergangsbereich zwischen Nordschwarzwald und Albtalplatten bzw. Pfinzhügelland des südlichen Kraichgaus. Birkenfeld liegt an der Eisenbahnstrecke Pforzheim-Bad Wildbad und an der Bundesstraße 294; die Gemeinde ist wenige Kilometer von der Bundesautobahn A 8 (Ausfahrt Pforzheim-West) entfernt.

Geschichte Birkenfeld: Der Ort wurde vermutlich in fränkischer Zeit von Brötzingen aus angelegt. Die früheste gesicherte urkundliche Erwähnung Birkenfelds stammt aus dem Jahr 1302 als "Birckenvelt". Die Ortsherrschaft ist zur Hälfte im Jahr 1322 von der Markgrafschaft Baden an die Grafschaft Württemberg verpfändet worden, die andere Hälfte muss um diese Zeit ebenfalls württembergisch geworden sein. Birkenfeld zählte zum Amt, später Oberamt Neuenbürg und nach dessen Auflösung im Jahr 1938 bis 1972 zum Landkreis Calw. 1944/45 erlitt der Ort durch Bomben und Artilleriebeschuss Zerstörungen. Zwischen Birkenfeld und Pforzheim verlief die Grenze zwischen der französischen und der amerikanischen Besatzungszone. So war Birkenfeld 1946 die nördlichste Gemeinde "des Landes Südwürttemberg-Hohenzollern und ab 1952 des Regierungsbezirk Südwürttemberg. Das wohl noch im Frühmittelalter als Ausbausiedlung entstandene Gräfenhausen dürfte nach den Kraichgaugrafen benannt worden sein. Das Dorf ist für die Zeit um 1100 in der Form "Gravenhusen" erstmals schriftlich nachgewiesen; ein im Kirchturm eingemauerter Viergötterstein zeigt, dass die Gemarkung schon zur Römerzeit besiedelt war. Im 12./13. Jahrhundert ist eine nach dem Ort benannte Adelsfamilie erwähnt, die später den Beinamen "Drescher" führte. Gräfenhausen war im Mittelalter Sitz einer sehr umfangreichen Pfarrei, die bis Dobel in den Nordschwarzwald hineinreichte. Über Ankauf von Gütern der Herren von Straubenhart und verschiedener Pforzheimer Bürger kam die Grafschaft Württemberg nach und nach in den Besitz des Ortes, dessen Hoheitsrechte 1527 ganz dem inzwischen zum Herzogtum aufgestiegenen Territorium gehörten. Gräfenhausen war Teil des Amtes bzw. Oberamtes Neuenbürg und 1938 bis 1972 des Landkreises Calw. Inzwischen mit Gräfenhausen zusammengewachsen ist das seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesene Obernhausen am Hang östlich des Hauptortes.

Sehenswürdigkeiten: Altes Fachwerk-Rathaus (mit heimatgeschichtlicher Sammlung) in Birkenfeld; evangelische Pfarrkirche (mit römischem Viergötterstein) sowie Kelter (1583) in Gräfenhausen.... naar website 

Ferienhäuser Europa

Eisingen

Eisingen ist eine Gemeinde im westlichen Enzkreis, nördlich von Pforzheim. Zur Gemeinde Eisingen gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften. Eisingen liegt an der Bertha Benz Memorial Route, von Mannheim nach Pforzheim. Die Gemeinde Eisngen liegt in den Pfinzgauhügeln des südlichen Kraichgaus rund fünf Kilometer nördlich von Pforzheim.

Eisingen ist ein Ort der ältesten frühmittelalterlichen Siedlungsschicht. Seine ersturkundliche Erwähnung als "Ysingen" ist auf die Zeit zwischen 919 und 935 datierbar. Der Ortname leitet sich vermutlich von dem Führer des alemannischen Personenverbandes ab, der die Siedlung gründete. Die mittelalterlichen Herrschaftsverhältnisse sind relativ unklar. Die Klöster Reichenau und Hirsau hatten hier Besitz; im 12. Jahrhundert ist vereinzelt Ortsadel bezeugt. Ab 1416 erwarb die Markgrafschaft Baden Anteile am Dorf und konnte im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts ganz Eisingen unter seine Herrschaft bringen. Die regionale Verwaltung erfolgte über das Oberamt Pforzheim; 1803 wurde Eisingen vorübergehend dem Amt Stein zugeteilt, gelangte nach dessen Auflösung 1821 aber wieder zum Oberamt, später Bezirksamt und ab 1936 Landkreis Pforzheim.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirche (um 1500) mit Zyriakusglocke (1493); Kelter (1738) mit Keltermuseum und Kelterstübchen (1760); "Eisinger Loch" (Dolinenlandschaft) östlich des Ortes. 

Engelsbrand

Engelsbrand ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 10 km von Pforzheim entfernt. Engelsbrand bildet den nordöstlichen Rand des württembergischen Schwarzwaldes. Die heutige Gemeinde Engelsbrand entstand durch Zusammenschluss der bislang selbständigen Gemeinden Engelsbrand, Grunbach und Salmbach zum 1. Januar 1975. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf der Hochfläche zwischen Enz- und Nagoldtal. Die drei Dörfer liegen rund acht bis zehn Kilometer südlich von Pforzheim.

Geschichte Engelsbrand: Wie die beiden anderen Teilorte ist Engelsbrand im Hochmittelalter durch Rodung von Neuenbürg aus als Waldhufendorf entstanden. Der Ortsname weist ausdrücklich auf Brandrodung hin. Die früheste urkundliche Erwähnung als "Ingelßbrand" ist die Gründungsurkunde des Kirchspiels Langenbrand durch den Bischof von Speyer im Jahre 1404. Zuvor war Brötzingen zuständige Pfarrei. Die Geschichte des Dorfes ist eng mit dem Schicksal der württembergischen Amtsstadt Neuenbürg verbunden, zu dessen Herrschaft es von Anfang an gehörte. Nach Aufhebung des Oberamts Neuenbürg war Engelsbrand 1938-1972 Teil des Landkreises Calw.

Geschichte Grunbach: Auch der ersturkundliche Nachweis Grunbachs ist die genannte Urkunde aus dem Jahr 1404. Ältere Belege sind nicht eindeutig diesem ursprünglichen Waldhufendorf zuzuordnen. Wie Engelsbrand stand Grunbach stets in engem herrschaftlichem Zusammenhang mit Neuenbürg und gehörte zum dortigen Amt bzw. Oberamt sowie 1938-1972 zum Landkreis Pforzheim. Um 1700 ist das Dorf als "Grunbach bei den sieben Eichen" bezeichnet. Ein Brand zerstörte 1871 die Hälfte des Ortes; 1942/45 wurde das Dorf durch Luftangriffe beschädigt.

Geschichte Salmbach: Beim dritten der Engelsbrander Ortsteile ist die Form des Waldufendorfes am besten erkennbar geblieben. Auch Salmbach wurde 1404 schriftlich erstmals genannt; der Ortsname soll von "salw" (trüb) abgeleitet sein. Das Dorf war ebenfalls stets eng mit Neuenbürg verbunden und zählte zum dortigen Amt bzw. Oberamt und schließlich zum Landkreis Calw.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirchen in Engelsbrand und Grunbach; Waldhufenmuseum im ehemaligen Schul- und Rathaus in Salmbach.
 

Last Minute Vakanties 

Friolzheim

Friolzheim ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Friolzheim liegt in der Region Nordschwarzwald am östlichen Rand des Enzkreises, und gehört somit zur Metropolregion Stuttgart. Die Heckengäu-Gemeinde Friolzheim liegt im Grenzbereich zwischen Nordschwarzwald und östlichem Schwarzwald-Vorland etwa zehn Kilometer südöstlich von Pforzheim an der Bundesautobahn A 8 (Ausfahrt Heimsheim).

Friolzheim ist einer der letzten Orte des sogenannten Altsiedellandes vor dem erst später erschlossenen Schwarzwald. Bei Friolzheim wurde ein sogenannter Leugenstein gefunden, der durch seine Entfernungsangabe nach "Portus" die römische Gründung Pforzheims beweist. Die ersturkundliche Erwähnung des Ortes Friolzheim stammt aus dem beginnenden 12. Jahrhundert als "Friolesheim"; der Ortsname geht auf einen Personennamen zurück. Zunächst sind Besitzungen des Klosters Hirsau bekannt, später gelangte der Ort zur Herrschaft Steinegg und 1407 mehrheitlich in den Besitz der Familie von Gemmingen. Im Gegensatz zu deren Hauptbesitz wurde Friolzheim aber um 1480 wieder an das Kloster Hirsau veräußert. Das Herzogtum Württemberg ergriff im 16. Jahrhundert mit der Reformation und Säkularisierung des Klosterbesitzes von Friolzheim Besitz und integrierte es seinem Klosteramt Hirsau. Nach dessen Auflösung gehörte Friolzheim von 1808 bis 1972 zum Oberamt bzw. späteren Landkreis Leonberg. Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Ort beträchtliche Zerstörungen.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirche.... naar website  

 

Heimsheim

Heimsheim ist eine Stadt im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 15 km süd-östlich von der Kreisstadt Pforzheim. Im Stadtgebiet liegen außer der gleichnamigen Stadt keine weiteren Ortschaften. Nachbargemeinden sind Rutesheim, Renningen, Tiefenbronn, Mönsheim, Friolzheim, Weil der Stadt, Weissach. Im Stadtgebiet liegen die Wüstungen Hofstadt und Weilerfeld. Die Heimsheimer Gemarkung gehört dem im Schwarzwaldvorland gelegenen Heckengäu an. Die Stadt liegt rund 15 Kilometer südöstlich Pforzheims und hat direkten Anschluss an die Bundesautobahn A 8.

Die früheste urkundlichen Erwähnungen Heimsheims werden auf 965 ("Heimbotesheim") und 1157 ("Heimesmesheim") datiert; der Ortsname leitet sich von einem Personennamen ab. Heimsheim gehörte wohl zum Königsgut; die erste Nennung bezieht sich auf ein Treffen Kaiser Otto des Großen mit seinen Söhnen. Für das 12. und 13. Jahrhundert ist ein Adelsgeschlecht "von Heimsheim" nachgewiesen, das im Gefolge des staufischen Rheinpfalzgrafen Konrad und dann der Pfalzgrafen von Tübingen stand. Diese erhoben Heimsheim, das bereits 1295 als solche bezeichnet wurde, wohl im beginnenden 14. Jahrhundert endgültig zur Stadt. Nachfolger der Tübinger Pfalzgrafen wurden die Herren von Stein zu Steinegg und die Herren von Enzberg. Im sogenannten Schleglerkrieg wurde Heimsheim 1395 von Württemberg zerstört, die drei "Schleglerkönige" (von Stein und von Enzberg) gefangen genommen. Die weitere Besitzgeschichte verlief überaus kompliziert: Verschiedene Herrschaften waren beteiligt, darunter die Familie von Gemmingen, die Markgrafen von Baden sowie die Grafen und späteren Herzöge von Württemberg, die ab 1510 alleiniger Inhaber der Gerichtsherrschaft waren und im 16. Jahrhundert die Reformation einführten. Die badisch-gemmingischen Anteile kamen 1687 ebenfalls an Württemberg, das diese separat als Rentkammeramt verwaltete, während die übrigen Anteile zum Amt Leonberg gehörten. Als 1724 bis 1733 Graf Wilhelm von Grävenitz Heimsheim als Mannlehen besaß, erlebte das Städtchen eine kurze spätbarocke Blütezeit als Residenz. Im 19. Jahrhundert gelangte ganz Heimsheim zum Oberamt bzw. 1972 aufgelösten Landkreis Leonberg. Die Stadt war mehrfach von Brandkatastrophen (1634 und 1875) betroffen; 1945 wurde Heimsheim durch Bombardierung sogar zu 75 Prozent zerstört. Aus Heimsheim stammten Johann Friedrich Stahl (1718-1790), Lehrer der Kameralwissenschaften an der Karlsschule, und Karl Heinrich Schnauffer (1823-1854), 1848er-Revolutionär, Schriftsteller und Journalist in den USA.

Sehenswürdigkeiten: Fünfgeschossiges Steinhaus (auch Schleglerschloss oder Kasten genannt) aus dem 14./15. Jahrhundert; Neues Schloss (1729/30 von Paolo Retti) mit Deckengemälde von Carlo Carlone.... naar website 

Special Villas
 

Illingen

Illingen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland und gehört zum Enzkreis. Das Gemeindegebiet von Illingen liegt an der südlichen Flanke des Strombergs, etwa 30 km nordwestlich von Stuttgart, zwischen Vaihingen/Enz im Südosten und Mühlacker im Westen. Nördlich von Schützingen zieht sich der Höhenzug mit Gleichenberg (379,2 m), Endberg (363,7 m) und Gausberg (371,6 m) hin. Südlich von Schützingen trennt der Höhenzug vom Burgberg (394,5 m) zur Eselsburg (bei Ensingen, zu Vaihingen/Enz) die Ortsteile Illingen und Schützingen. Die Gemeinde in ihrer heutigen Form entstand zum 1. Januar 1974 durch Eingemeindung des bislang selbständigen Dorfes Schützingen in die Gemeinde Illingen. Die Gemeinde Illingen liegt im nordöstlichen Enzkreis am Zusammentreffen der Bundesstraßen 10 und 35 im Keupervorland bzw. Keuperbergland des Strombergs.

Geschichte Illingen: Illingen ist eine Siedlung der frühen fränkischen Zeit (Reihengräberfriedhof westlich des Ortskerns). Die Erstnennung lässt sich auf das Jahre 766 datieren: "Illincheim". Im Hochmittelalter existierte ein Ministerialengeschlecht von Illingen. Nach und nach gelangte die Ortsherrschaft an das Kloster Maulbronn; dieser Prozess war im Jahre 1425 abgeschlossen. Mit der Zisterzienserabtei kam der Ort 1504 unter württembergische Schirmherrschaft. 1693 erlitt Illingen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges beträchtliche Zerstörungen. Nach der Aufhebung des Klosteramts Maulbronn im Jahre 1806 gelangte Illingen zum neuen Oberamt Maulbronn und wurde 1938 dem Landkreis Vaihingen eingegliedert. Illingen war über Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägt. Von Bedeutung war der sogenannte Posthof als Thurn- und Taxis‘sche Poststation. Er war ursprünglich als Pfleghof des Klosters Maulbronn errichtet worden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten Industrieansiedlungen. Im 20. Jahrhundert setzte ein stetiges wirtschaftliches und damit demographisches Wachstum ein. Aus Illingen stammen die Gebrüder Dillmann, Christian (1829-1899) und August (1823-1894), die sich als Schulreformer bzw. Sprachgelehrter einen Namen gemacht haben, weiterhin der Gründer der NSU-Werke, Gottlob Banzhaf (1858-1930) sowie der Architekt Jakob Friedrich Wanner (1830-1903), Erbauer des Züricher Hauptbahnhofes.

Geschichte Schützingen: Die Markung des Ortsteils Schützingen war vermutlich schon in der Merowingerzeit besiedelt. Der Ort wird erstmals als "Scuzingun" im Jahre 1023 erwähnt. In der Nähe des Ortes befand sich eine Burg. Die Besitzverhältnisse waren im Hoch- und Spätmittelalter stark zersplittert. Anfang des 15. Jahrhunderts gelangte Schützingen vollständig an das Kloster Maulbronn. Seither sind die Herrschaftsverhältnisse dieselben wie in Illingen. Schützingen wurde während des 30-jährigen Krieges fast vollständig entvölkert. Die Neubesiedlung erfolgte überwiegend durch vertriebene österreichische Protestanten. Ende des Zweiten Weltkriegs musste der Ort Zerstörungen hinnehmen. Schützingen hat sich bis heute seinen dörflichen Charakter bewahrt.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirche und Posthof in Illingen; zahlreiche gut erhaltene und restaurierte Fachwerkhäuser in Schützingen. ... naar website
 

 

 

Ispringen

Ispringen ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 2 km von Pforzheim entfernt. Ispringen liegt im oberen Kämpfelbachtal in den Pfinzgauhügeln des südlichen Kraichgaus rund drei Kilometer nördlich von Pforzheim. Der Ort ist Haltepunkt an der Bahnlinie nach Karlsruhe. Die Ausfahrt Pforzheim-Nord der Bundesautobahn A 8 ist wenige Minuten entfernt.

Ispringen wurde im Jahre 1272 als "Yspringen" erstmals erwähnt, im Jahre 1315 als "Uspringen". Der Name bezieht sich vermutlich auf die im Ort entspringende Kämpfelbach-Quelle. Ispringen gilt als später Ausbauort, der von Neidlingen (Neulingen, im 14. Jahrhundert abgegangen) aus besiedelt wurde und zur dortigen Pfarrei gehörte. Die Herrschaftsverhältnisse lassen sich erst spät fassen. Im frühen 14. Jahrhundert lag die Ortsherrschaft beim Dominikanerinnenkloster Pforzheim, 1564 ging sie an die Markgrafschaft Baden über, welche die Reformation einführte. Ispringen gehörte bis 1972 zum Oberamt bzw. Bezirksamt und späteren Landkreis Pforzheim. Durch Abspaltung von der 1821 unierten evangelisch-protestantischen Landeskirche bildete sich um 1835 in Ispringen eine neue lutherische Pfarrgemeinde, die Zentrum einer regionalen "Erweckungsbewegung" wurde. Durch die Nähe zu Pforzheim war die Gemeinde schon früh eine Arbeiterwohnsiedlung. Aufgrund seiner Größe konnte Ispringen in der letzten baden-württembergischen Gemeindereform seine Selbständigkeit bewahren.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Kirche von 1775/77.... naar website 

ReisChecker.nl 

Kämpfelbach

Kämpfelbach ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 7 km von der Stadt Pforzheim entfernt. Die Gemeinde Kämpfelbach liegt im Übergangsgelände zwischen Kraichgauer Hügelland und Nordschwarzwald. Dieses Gelände bildet auch den Übergang zwischen Buntsandstein und Kalkstein. Der Kämpfelbach gab der Gemeinde ihren Namen. Er entspringt in Ispringen und endet mit einer Gesamtlänge von 12 km in der Pfinz bei Remchingen-Singen. Sein Einzugsgebiet beträgt 88 km². Die heutige Gemeinde Kämpfelbach entstand durch Zusammenschluss von Bilfingen und Ersingen zum 1. Juli 1974. Die Benennung erfolgte nach dem das Gemeindegebiet in nordwestlicher Richtung durchfließenden Kämpfelbach. Die Gemeinde liegt rund sieben Kilometer nordwestlich Pforzheims im Hügelland des Pfinz- bzw. südlichen Kraichgaus. Beide Ortsteile sind Haltepunkte an der Bahnlinie Pforzheim-Karlsruhe.

Geschichte Ersingen: Der zur ältesten Siedlungsschicht gehörige Ort, dessen Name sich von einem Personennamen ableitet, ist im Jahr 1197 als "Ergesingen" erstmals urkundlich erwähnt. Wenig später befand sich Ersingen ganz im Besitz des Benediktinerinnenklosters Frauenalb, das unter der Schirmherrschaft der Grafen von Eberstein und der Markgrafen von Baden stand. Bei der badischen Landesteilung 1535 gelangten die markgräflichen Schirmrechte über das Kloster an die Linie Baden-Baden, die den ebersteinischen Einfluss nach und nach zurückdrängte. Frauenalb war "landsässiges" Kloster im badischen Territorium geworden, wenngleich die tatkräftigen Äbtissinnen die Reichsunmittelbarkeit beanspruchten – sie mussten 1782 einen Kammergerichtsspruch akzeptieren, der die badische Landeshoheit bestätigte. Nach vorübergehender Aufhebung des Klosters (1598-1631) blieben die Frauenalber Besitzungen nach dem Dreißigjährigen Krieg katholisch. Ersingen bildete zusammen mit Bilfingen eine Gemeinde und eine konfessionelle Enklave inmitten der evangelischen Region. Dies änderte sich auch nicht, als die ehemaligen Frauenalbischen Besitzungen nach dem Aussterben der Linie Baden-Baden des markgräflichen Hauses 1771 auf die protestantische Linie Baden-Durlach übergingen. Die Verwaltung der Hoheitsrechte über die frauenalbischen Besitzungen erfolgte durch das Amt Ettlingen. Mit der Säkularisation wurden Ersingen und Bilfingen 1802 gänzlich dem badischen Territorialstaat einverleibt, der wenig später zum Großherzogtum aufstieg. Zuständiger Amtssitz war Stein und nach dessen Aufhebung (1821) das Oberamt bzw. Bezirksamt sowie 1936 bis 1972 der Landkreis Pforzheim.

Geschichte Bilfingen: Für die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts ist ein "Hiltwin de Biluingen" erwähnt, 1193 erscheint der Ort als "Bilvige". Wie Ersingen ist aber auch Bilfingen wesentlich älter; das Dorf dürfte aus der fränkischen Siedlungsepoche stammen. Im späten Hochmittelalter befand sich Bilfingen überwiegend im Besitz der Grafen von Eberstein und war 1193 Ausstattungsort des Klosters Frauenalb, das fast sämtliche Herrschaftsrechte erwerben konnte. Bilfingen bildete lange Zeit mit Ersingen eine politische Gemeinde und eine Pfarrei und teilte weitgehend dessen Schicksal. Nach der Säkularisation erlangten beide Orte ihre Selbstständigkeit; eine eigene katholische Pfarrei bildet Bilfingen seit 1945. Verwaltungsmäßig gehörte es wie Ersingen ab 1803 zu Stein und dann bis 1972 zu Pforzheim. Beide Orte sind für ihre auf den Katholizismus zurückgehenden Fasnachtsbräuche regional bekannt.

Sehenswürdigkeiten: Frauenalber Amtskeller (18. Jh.), markgräfliches Speichergebäude (1720) und katholische Pfarrkirche (Christkönig) mit Ölbergszene im Kirchwald in Ersingen; katholische Pfarrkirche (Heiligste Dreieinigkeit) in Bilfingen.... naar website 

NOVASOL Vakantiehuizen in Duitsland

Keltern

Keltern ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Die Gemeinde Keltern liegt am Rande des Nordschwarzwaldes in 190 bis 270 Meter Höhe, nahe der Goldstadt Pforzheim (8 km) und der Großstadt Karlsruhe (25 km). Die Gemeinde entstand am 30. März 1972 durch Zusammenschluss der Ortschaften Dietlingen, Ellmendingen (mit dem bereits zum 1. Juli 1971 eingemeindeten Ort Dietenhausen), Niebelsbach und Weiler. Der Gemeindename wurde in Anlehnung an die in fast allen Teilorten noch vorhandenen Keltergebäuden gewählt. Bis heute wird auf Kelterner Markung Wein angebaut. Die Gemeinde Keltern mit ihren Teilorten liegt im westlichen Enzkreis im Übergangsbereich zwischen Nordschwarzwald und Kraichgau.

Geschichte Dietenhausen: Der Ort wurde im 10. Jahrhundert erstmals als "Theotelenhusen" erwähnt. Die Herrschaftsverhältnisse waren bis ins 17. Jahrhundert kompliziert. Rechte lagen unter anderem bei der Zisterzienserabtei Herrenalb und bei den Junkern von Enzberg. Im Jahre 1536 gelangte durch die Reformation des Klosters die Ortsherrschaft an Württemberg, 1603 wurde der Ort an die Markgrafschaft Baden abgetreten. Er gehörte zunächst zum Amt Langensteinbach, dann zu dem mit diesem vereinigten Amt Stein, ab 1803 zum Oberamt, später Bezirksamt und 1936 bis 1972 Landkreis Pforzheim.

Geschichte Dietlingen: Dietlingen wurde im 12. Jahrhundert erstmals als "Duetlingen" urkundlich erwähnt. Auf der Markung ist ein Grab aus merowingischer Zeit (ca. 7. Jahrhundert) gefunden worden, aber auch Spuren römischer Besiedlung. Für das 14./15. Jahrhundert ist ein örtliches Niederadelsgeschlecht nachweisbar. Im Spätmittelalter teilten sich Baden und Württemberg die Ortsherrschaft, wobei Württemberg im Ortsteil Oberdietlingen alleiniger Inhaber der Herrschaftsrechte war. Im Jahre 1528 gingen die württembergischen Rechte ganz auf Baden über. Danach war stets Pforzheim Amtssitz.

Geschichte Ellmendingen: Aus dem 10. Jahrhundert stammt die urkundliche Ersterwähnung Ellmendingens als "Almusdingen". Der Ortsname leitet sich wohl von dem Personennamen Almut ab. Auch in Ellmendingen ist eine Gräbergruppe aus dem 7. Jahrhundert nachweisbar. Zunächst in Hirsauer Besitz, dann in solchem der Herren von Remchingen, kam Ellmendingen im 14. Jahrhundert schließlich an Baden. Wie für Dietlingen war auch für Ellmendingen stets Pforzheim Amtssitz. Der Ort wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688/89 niedergebrannt. Der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler (1571-1630) lebte in seiner Jugend einige Jahre in Ellmendingen.

Geschichte Niebelsbach: Im Jahre 1321 ist der Ort erstmals als "Nibelzpach" bezeugt. Ab dem 15. Jahrhundert sind schriftlich die Teile Unter- und Oberniebelsbach unterschieden; erst 1927 erfolgte deren Vereinigung zur Gemeinde Niebelsbach. Gegründet wurden die beiden Siedlungen vermutlich im Hochmittelalter im Rahmen der von den Herren von Straubenhart vorangetriebenen Besiedlung des Nordschwarzwaldes. Im 15. Jahrhundert teilten sich Baden und Württemberg die Herrschaft; Unterniebelsbach gelangte über die Äbtissin Agnes von Gärtringen an das Kloster Frauenalb und von dort im Jahre 1803 an Baden. Drei Jahre später kam es durch Tausch an Württemberg, zu dem Oberniebelsbach bereits seit 1528 gehörte (Oberamt Neuenbürg). Im Jahre 1938 ging Niebelsbach zusammen mit dem Oberamt Neuenbürg im Landkreis Calw auf. Niebelsbach ist damit der einzige württembergische Teilort der Gesamtgemeinde Keltern.

Geschichte Weiler: Der frühmittelalterliche Ausbauort erscheint im Jahre 1219 erstmals in den schriftlichen Quellen als "Wilre". Er stand zunächst unter der Herrschaft der Herren von Straubenhart; später derer von Gärtringen und der Junker von Enzberg und kam vermutlich im Dreißigjährigen Krieg an Baden. Für das Spätmittelalter ist eine inzwischen abgegangene Burg nachgewiesen. Weiler gehörte stets zum Pforzheimer Amt.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Kirchen in Dietlingen und Ellmendingen (teilweise bis ins Spätmittelalter zurückgehend); Heimatmuseum Alte Kelter in Ellmendingen; Pankratiuskapelle in Niebelsbach.... naar website
 

 

 

Kieselbronn

Kieselbronn ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 7 km vom Oberzentrum Pforzheim entfernt. Zur Gemeinde Kieselbronn gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften. Kieselbronn liegt auf einem Höhenzug nördlich von Pforzheim. Die Gemeinde liegt auf einer Hochfläche nördlich des Enztals im Übergangsbereich zum Kraichgau rund fünf Kilometer nordöstlich von Pforzheim. Die Bundesautobahn A 8 führt direkt an Kieselbronn vorbei (Ausfahrt Pforzheim-Nord).

Geschichte: Der vermutlich im Frühmittelalter gegründete Ort ist im Jahre 1100 urkundlich erstmals als "Cussilbrunnin" erwähnt. Grundbesitzer und Herrschaftsinhaber waren unter anderem die Kraichgaugrafen, die Abtei Sinsheim, die Herren von Enzberg, die Grafen von Löwenstein und die Familie von Ramberg. Im 13. Jahrhundert ist vereinzelt auch örtlicher Niederadel nachgewiesen. Schließlich kristallisierte sich eine Zweiteilung der Ortsherrschaft über Kieselbronn heraus, die bis zum Ende des Altern Reiches Bestand hatte: Den einen Teil, welcher dem Reichsritterkanton Kraichgau inkorporiert war, hatten als löwensteinische Lehensträger die Familie Göler von Ravensburg, dann die Herren von Hirschhorn und ab 1632 wieder die Göler inne. Über den anderen Teil verfügte das Kloster Maulbronn, das ab 1504 herzoglich-württembergischem Schutz unterstand und aus dessen Gebiet im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts das Klosteramt Maulbronn gebildet wurde. Die Hirschhorn führten die Reformation ein. Die Landeshoheit über ganz Kieselbronn aber wurde von Württemberg beansprucht, das bereits 1510 Lehensherr der Löwensteiner im Ort gewesen war. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde 1692 etwa die Hälfte des Dorfes von französischen Truppen niedergebrannt. Im Rahmen der Mediatisierung stand ganz Kieselbronn ab 1806 unter württembergischer Herrschaft; das junge Königreich trat den Ort aber bereits 1810 an das ebenfalls erst kurz zuvor zum Großherzogtum aufgestiegene Baden ab. Von da ab war das Oberamt, denn Bezirksamt und ab 1936 der Landkreis Pforzheim zuständiger Amtssitz für Kieselbronn.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirche (um 1400); Streuobst- und Obstsortenmuseum (Freiluftanlage); Atelier des Künstlers Prof. Fritz Theilmann.... naar website

 

je ideale vakantiehuis vind je bij HappyHome!


 

Knittlingen

Knittlingen ist eine Stadt im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 20 km nördlich von Pforzheim und 30 km östlich von Karlsruhe, am Rande des Kraichgaus im Naherholungsgebiet Stromberg. Knittlingen liegt am Übergang des Kraichgaus in den Stromberg. Nachbargemeinden sind von Nord nach Süd: Oberderdingen, Bretten (beide Landkreis Karlsruhe), Neulingen, Ölbronn-Dürrn, Maulbronn und Sternenfels (alle Enzkreis). Die Stadt Knittlingen in ihrem heutigen Umfang entstand durch Eingliederung der Gemeinde Kleinvillars am 15. Februar 1972 und Vereinigung mit der Gemeinde Freudenstein zum 9. August 1975. Das Stadtgebiet an der nördlichen Grenze des Enzkreises liegt am Übergang vom Brettener Hügelland zum Strombergvorland. Die Bundesstraße B 35 führt direkt an Knittlingen vorbei.

Geschichte Knittlingen: Der wohl in der frühen fränkischen Zeit gegründete Ort ist für das Jahr 843 als "Cnudelingen" (Siedlung des Cnudilo) urkundlich ersterwähnt. Im 12. Jahrhundert ist örtlicher Niederadel nachgewiesen. Noch im folgenden Jahrhundert wurde zwischen oberem, mittlerem und unterem Dorf unterschieden, was für eine damals noch locker gestreute Siedlungsanlage spricht. Aus dem Besitz verschiedenster geistlicher und weltlicher Herrschaftsträger, darunter auch der Markgrafen von Baden, kristallisierte sich das Kloster Maulbronn schließlich als alleiniger Inhaber der Ortshoheit heraus. 1360 wurde Knittlingen durch den rheinischen Pfalzgrafen zerstört und stand anschließend unter dessen Schirmherrschaft. 1504 jedoch eroberte Herzog Ulrich von Württemberg den damals als Städtchen bezeichneten Ort, der darauf in Folge des in Knittlingen geschlossenen Vertrags mit dem gesamten Maulbronner Klostergebiet unter württembergischen Schirm gelangte. Mit Durchführung der Reformation wurde Knittlingen im weiteren 16. Jahrhundert Teil des Klosteramtes Maulbronn. 1632 und 1692 erlitt der Ort große Zerstörungen. Die wichtige Handelsstraße von Frankfurt über Speyer nach Cannstatt und Ulm (heute B 35) führte mitten durch Knittlingen, das zugleich Station der Thurn- und Taxis’schen Reichspost war. Knittlingen, das in der frühen Neuzeit wechselnd als Stadt, Städtlein und Marktflecken bezeichnet ist, erhielt 1840 offiziell das Stadtrecht verliehen. Als bedeutender Wirtschaftsbetrieb wuchs die Mundharmonikafabrik Hotz heran, die auf die Erfindung eines jungen Knittlingers zurückgeht, 1906 von der Trossinger Firma Hohner übernommen wurde und bis zur Weltwirtschaftskrise produzierte. Obwohl im 19. Jahrhundert in Knittlingen ein Bahnhof errichtet wurde, verlegte man die Bahnstrecke letztlich nicht dorthin. 1945 erlitt die Stadt durch Artilleriebeschuss erneute Zerstörungen. Ab 1806 gehörte Knittlingen – wie seine beiden Stadtteile – zum Oberamt Maulbronn und 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen. Als berühmtester Sohn Knittlingens gilt der Arzt und Schwarzkünstler Dr. Johannes Faust (um 1480 bis 1536), der durch Goethe literarische Berühmtheit erlangte.

Geschichte Freudenstein: Der Ort entstand als Burgsiedlung auf Knittlinger Gemarkung und hat sich später verselbständigt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus der Zeit um 1251 als "Frodenstein". Frühe Herrschaftsträger waren die Markgrafen von Baden, die Herren von Roßwag und die örtliche Ministerialenfamilie von Freudenstein, nach denen sich der Brettener Ortsadel nannte. Im 13. Jahrhundert setzten Erwerbungen der Klöster Maulbronn und Herrenalb ein, die schließlich die Ortsherrschaft mit Anteilen von fünf bzw. drei Achteln gemeinsam ausübten. Im 16. Jahrhundert erlangte Württemberg über beide Klöster die Oberhoheit und säkularisierte diese. Freudenstein blieb jedoch administrativ weiter geteilt, indem es nun den beiden Klosterämtern Maulbronn und Herrenalb zugehörte; die Verwaltung über letzteren Anteil nahm die Herrenalber Stabspflege Derdingen wahr. Stets im Zusammenhang mit Freudenstein stand das oberhalb des Ortes am Hang gelegene kleine Dorf Hohenklingen, das – hochmittelalterlichen Ursprungs – 1312 erstmals schriftlich genannt ist.

Geschichte Kleinvillars: Der Ort wurde erst im Jahre 1699 von Waldensern, reformierten Glaubensflüchtlingen aus Piemont gegründet, die auch Großvillars nördlich von Knittlingen besiedelten. Beide Ortsnamen sind vom Herkunftsort der Exulanten, Villar Perosa, abgeleitet. Die Kleinvillarser Gemarkung war damals aus Teilen der Nachbargemeinden Knittlingen und Ölbronn gebildet worden und gehörte wie diese dem Klosteramt Maulbronn an. Der Ort bildete zunächst mit Großvillars eine Gemeinde und wurde 1826 selbständig. 1823 erfolgte die Eingliederung der reformierten Pfarreien in die evangelische Landeskirche Württembergs. Die Dorfanlagen der Waldensersiedlung erinnern mit ihren schnurgeraden Straßen und den kleinen, giebelseitig stehenden Wohnhäusern sowie zahlreichen Familiennamen, nicht mehr aber mit der Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig erloschenen Sprache (dem sogenannten Patois), bis heute an die fremde Herkunft der ersten Bewohner.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Stadtkirche, Maulbronner Pfleghof, altes Fachwerk-Rathaus (mit Faustmuseum) sowie Faustarchiv in Knittlingen; Reste der Burgruine, Rathaus mit Kelter und evangelische Kirche in Freudenstein; Waldenserhäuser und ehemaliges Fachwerk-Rathaus in Kleinvillars.... naar website

 


 

Königsbach-Stein

Königsbach-Stein ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Königsbach-Stein liegt etwa zwölf Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Pforzheim zwischen Kraichgau und Nordschwarzwald in 163 bis 330 Meter Höhe.Die Gemeinde Königsbach-Stein entstand durch Zusammenschluss der Gemeinden Königsbach und Stein am 1. Juli 1974. Die Gemeinde Königsbach-Stein liegt im südlichen Kraichgau bzw. im Pfinzgauhügelland, rund zehn Kilometer nordwestlich von Pforzheim. Königsbach ist Haltepunkt an der Bahnstrecke Pforzheim-Karlsruhe.

Geschichte Königsbach: Bei der urkundlichen Ersterwähnung von Königsbach aus dem Jahr 843 als "Huningerspach" handelt es sich um eine Fälschung aus dem 12. Jahrhundert, die jedoch einen echten Kern enthält. Als gesichert kann hingegen die Erwähnung als "Chunigspach" um 1150 gelten. Königsbach war ein früher fränkischer Ausbauort, über den die Grafen von Eberstein Herrschaftsrechte ausübten. Seit dem 13. Jahrhundert ist Ortsadel nachweisbar. Die Besitzrechte waren zersplittert; so stand der Ort unter badischer, württembergischer und hohenzollerischer Lehenshoheit. Sieben Zwölftel des Ortes kamen im Jahre 1650 an die reichsritterschaftliche Familie von Saint André, die übrigen fünf Zwölftel standen unter badischer Herrschaft und wurden vom Amt Stein verwaltet. Mit der Mediatisierung kam 1805 ganz Königsbach zu Baden und mit der Auflösung des Amtes Stein 1821 zum Oberamt Durlach, 1924 zum Bezirksamt Pforzheim und danach bis 1972 zum Landkreis Pforzheim. Seit 1699 durften sich Juden in Königsbach ansiedeln; die jüdische Gemeinde fiel der Verfolgung im Dritten Reich fast vollständig zum Opfer. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs war Königsbach hart umkämpft. Aus Königsbach stammen der Renaissance-Baumeister Johannes Schoch (um 1550 bis 1631) und der bayerische Kabinettsprediger und Ministerialrat Ludwig Friedrich Schmidt (1764-1857).

Geschichte Stein: Stein ist Anfang des 12. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Der Name weist auf eine Burg hin, der Ort entstand vermutlich als Burgsiedlung. Seit 1252 ist eine Adelsfamilie von Stein bezeugt, die schon im 13. Jahrhundert Beziehungen zu den Markgrafen von Baden besaß, die Anfang des 14. Jahrhunderts als Ortsherren erscheinen. 1403 widerstand der befestigte Ort einer Belagerung durch die Kurpfalz. Seit Ende des 14. Jahrhunderts ist Stein als Sitz eines badischen Amtes genannt, obwohl Stein kein Stadt-, sondern nur Marktrecht besaß. Um 1600 wurde der Bezirk mit den Amt Remchingen und 1676 mit dem Amt Langensteinbach vereinigt; Amtssitz blieb Stein bis zur Auflösung des Bezirks im Jahre 1821. Der Ort wurde in diesem Jahr dem Amt Bretten zugeschlagen und gehörte von 1920 bis 1972 zum Landkreis Pforzheim. Wie Königsbach hatte auch Stein 1945 starke Zerstörungen zu erleiden. Als "größter Sohn" der Gemeinde gilt der 1496 verstorbene Frühhumanist Johannes Heynlin de Lapide (von Stein), Rektor der Pariser Universität Sorbonne.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Kirche (ehemalige Wehrkirche), Schloss der Familie von Saint André aus dem 16. Jahrhundert, Fachwerk-Rathaus und jüdischer Friedhof in Königsbach; Rathaus (mit Heimatstube Batsch-Brestowatz) und weitere Fachwerkgebäude, evangelische Pfarrkirche (Ende 15. Jahrhundert), Mauerreste der mittelalterlichen Burg und Bergfried (16. Jahrhundert) in Stein.... naar website 

Maulbronn

Maulbronn ist eine Stadt im Enzkreis, Baden-Württemberg. Knittlingen und Mühlacker sind die nächstgelegenen Städte. Die Stadt Maulbronn in ihrem heutigen Umfang entstand durch Eingliederung der Gemeinde Schmie zum 1. Januar 1970 und Zusammenschluss mit der Gemeinde Zaisersweiher am 1. Januar 1975. Das Stadtgebiet im nordöstlichen Enzkreis ist Teil des Strombergvorlandes im Bereich der Wasserscheide zwischen Rhein und Neckar. Maulbronn liegt an der Bundesstraße B 35 und verfügt an seiner westlichen Markungsgrenze über eine Bahnstation.

Geschichte Maulbronn: Um das Jahr 1100 als "Mulbrunnen" ersturkundlich erwähnt, leitet sich der heutige Bekanntheitsgrad der Stadt von dem Zisterzienserkloster ab, das 1138 in Eckenweiher bei Mühlacker gegründet und 1147 hierher verlegt wurde. Entgegen der Legende von einem am Brunnen rastenden Maultier der Mönche dürfte der Ortsname mit einer Mühle zusammenhängen. Die Schirmherrschaft über das Kloster übte zunächst der Bischof von Speyer aus, im 12. Jahrhundert geriet es unter direkten Einfluss der Stauferkönige und damit des Reiches. Auch die Herren von Enzberg erhoben Vogteiansprüche. Im 13./14. Jahrhundert übte der Wimpfener Reichslandvogt die Oberhoheit aus, bis diese 1361/66 an die rheinische Pfalzgrafschaft gelangte. Die Abtei hat im Laufe des Spätmittelalters eine beeindruckende Territorialpolitik betrieben und konnte schließlich über ein weitgehend geschlossenes Klostergebiet mit rund 30 Ortschaften zwischen Vaihingen, Leonberg, Pforzheim und Bretten verfügen. Vogteiansprüche der Grafschaft Württemberg und der Markgrafschaft Baden führten im 15. Jahrhundert zu Auseinandersetzungen mit der Kurpfalz. Im Landshuter Erbfolgekrieg verlor diese Maulbronn, das mit seinem Gebiet der Schirmherrschaft des 1495 zum Herzogtum erhobenen Württemberg unterstellt wurde. Herzog Ulrich begann um 1535 mit der Durchführung der Reformation, die Herzog Christoph ab 1557 endgültig vollzog. Aus dem Klostergebiet wurde das größte württembergische Klosteramt gebildet; die Abtei selbst war fortan Klosterschule (Seminar) zur Pfarrerausbildung und Sitz einer evangelischen Prälatur. Während des Dreißigjährigen Krieges zogen 1629-1648 vorübergehend nochmals katholische Mönche in Maulbronn ein. Neben dem groß angelegten Klosterbereich mit Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden existierten lange Zeit an Siedlungen auf Maulbronner Gemarkung nur einige Klosterhöfe bzw. -weiler wie der Elfingerhof (heute Staatsdomäne), der Schafhof und der Scheuelberghof. Eine bürgerliche Ansiedlung in Klosternähe besteht erst seit 1809. Sie wurde 1838 zur Gemeinde erhoben und erhielt 1838 Stadtrecht. Das Maulbronner Klosteramt bestand in leicht verkleinertem Umfang ab 1806 als weltliches Oberamt fort. 1938 erfolgte die Auflösung des seit 1934 Landkreis genannten Maulbronner Bezirks; die zugehörigen Gemeinden wurden dem Landkreis Vaihingen zugeordnet, der bis zum 31. Dezember 1972 existierte. Als Abt, Prälat oder Ephorus (Leiter des Seminars) wirkten in Maulbronn bedeutende Männer wie Valentin Vannius (Wanner), Melchior Volz, Felix Bidembach, Joseph Friedrich Schelling, Karl Friedrich Hauber, Johann Ernst Osiander, Wilhelm Friedrich Ludwig Bäumlein und Karl Chrsitian Planck. Das theologische Seminar Maulbronn genoss sehr hohes Ansehen. Zahlreiche bekannte Schüler wie Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin, Justinus Kerner, Hermann Kurz, Victor von Scheffel und Hermann Hesse verbrachten dort prägende Jugendjahre. In Maulbronn geboren wurden weiterhin Persönlichkeiten wie die Liederdichterin Magdalena Sybilla Rieger, die Theologen Christian Märklin und Albert Maximilian Landerer, der Arzt Heinrich Philipp Landerer und der Orientalist Johann Ernst Wilhelm Osiander.

Geschichte Schmie: Der vermutlich erst im Hochmittelalter als Ausbausiedlung von Lienzingen her angelegte Ort ist im Jahr 1308 als "Schmiehe" urkundlich erstmals erwähnt. Sein Name leitet sich vom Schmiebach ab, nach dem auch die fränkische Grafschaftsbezeichnung Schmiegau (Smegowe) benannt ist. Die wichtige Handelsstraße von Frankfurt über Speyer nach Cannstatt und Ulm (heute B 35) war von großer Bedeutung für das Dorf. Aus dem Besitz der Herren von Roßwag, Enzberg und Wunnenstein sowie der Grafen von Württemberg erwarb das Kloster Maulbronn im Laufe des 14. Jahrhunderts die Ortsherrschaft über Schmie. Mit der Abtei wurde das Dorf 1504 württembergisch und gehörte zum Klosteramt, später Oberamt Maulbronn und 1938-1972 zum Landkreis Vaihingen. Eine besondere Tradition hat seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Steinhauerhandwerk in Schmie.

Geschichte Zaisersweiher: Das im Jahre 1100 erstmals schriftlich nachgewiesene Dorf dürfte im frühen Hochmittelalter gegründet worden sein. Namengebend war ein "Zeisolf", wie die erste Form "Zeizolfeswilre" nahe legt. Verbindungen zu den Kraichgaugrafen (mit Leitnamen Zeisolf) sind wahrscheinlich. Seit 1299 sind Erwerbungen des Klosters Maulbronn bezeugt, das im 14. Jahrhundert auch die Herrschaftsrechte der Familien von Roßwag und von Enzberg erlangte. Mit der Abtei unterstand Zaisersweiher ab 1504 württembergischer Oberhoheit und gehörte zum Klosteramt, dann Oberamt Maulbronn sowie 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen.

Sehenswürdigkeiten: Kloster (besterhaltene europäische Anlage nördlich der Alpen) mit Klostermuseum in Maulbronn; Fachwerkhäuser (u.a. Rathaus von 1568) in Schmie; Fachwerkgebäude und Kelter in Zaisersweiher.... naar website
 

 

Mönsheim

Mönsheim ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Sie liegt im Heckengäu jeweils etwa 15 Kilometer von Pforzheim, Mühlacker und Leonberg entfernt. Die im Heckengäu des westlichen Neckarbeckens und rund zwölf Kilometer östlich Pforzheims gelegene Gemeinde ist drei Kilometer von der Bundesautobahn A 8 (Ausfahrt Heimsheim) entfernt.

Geschichte: Die ältesten urkundlichen Nennungen der Siedlung aus der frühen Merowingerzeit stammen vermutlich aus dem 12. Jahrhundert als "Meginesheim" und 1277 als "Meinsheim". Eine klare Unterscheidung gegenüber Meimsheim im Landkreis Heilbronn ist zunächst nicht möglich. Seit dem 13. Jahrhundert wird zwischen Ober- und Untermönsheim differenziert, die erst 1935 gänzlich vereinigt wurden. Ersteres, heute Schloss und Hof am Steilhang über dem Grenzbachtal, ist wohl eine Nachfolgesiedlung des nur 1379 erwähnten und abgegangenen Ortes Ütingen. Bis ins späte 15. Jahrhundert ist ein örtliches Niederadelsgeschlecht "von Mönsheim" bezeugt, das im Dienst der Markgrafen von Baden stand, die selbst Untermönsheim als Lehen des Klosters Weißenburg sowie die nach ihrem früheren Besitzer Diepold von Bernhausen benannte Diepoldsburg besaßen. Seit dem 14. Jahrhundert erwarb auch die Grafschaft Württemberg Besitzungen, der schließlich der größte Teil des Ortes gehörte, wenngleich sie diesen vorübergehend dem Kloster Maulbronn übertrug. Um 1500 war Württemberg, inzwischen zum Herzogtum aufgestiegen, alleiniger Ortsherr und führte im 16. Jahrhundert die Reformation ein. Dennoch übergab der Herzog den Burgstall der Diepoldsburg der Gemeinde sowie 1640 als Lehen dem Geschlecht von Rüppurr. Dessen Erben, die Familie Phull von Rüppurr, behielt bis zur Mediatisierung Anfang des 19. Jahrhunderts unter badischer Landeshoheit ortsherrschaftliche Rechte über Obermönsheim. 1806 ging die Lehenshoheit von Baden auf Württemberg über. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Dorf Zerstörungen. Mönsheim gehörte zum württembergischen Amt, später Oberamt und 1938-1972 Landkreis Leonberg.

Sehenswürdigkeiten: Schloss Obermönsheim; Turm der Diepoldsburg; evangelische Pfarrkirche und Kelter (1562).... naar website
 

Mühlacker

Mühlacker ist eine Stadt im Nordwesten Baden-Württembergs, etwa 12 km nordöstlich von Pforzheim. Sie ist die größte Stadt des Enzkreises und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Das Gebiet vom Mühlacker ist geprägt durch die Enz, einem linken Nebenfluss des Neckars. Die Enz erreicht von Südwesten kommend das Stadtgebiet bei Enzberg. Der Stadtteil Enzberg liegt links der Enz auf dem das Enztal begrenzenden Höhenzug. Nördlich auf der gegenüberliegenden Enzseite erstreckt sich die Kernstadt Mühlacker in einem flachen Seitental. In diesem verläuft auch die Eisenbahn und liegt der Bahnhof Mühlacker. Die einzige große Kreisstadt im Enzkreis entstand in ihrem heutigen Umfang durch Eingemeindung der Ortschaften Lomersheim (1. Januar 1971), Enzberg und Mühlhausen an der Enz (1. Februar 1972), Großglattbach (1. Januar 1975) und schließlich Lienzingen (5. Juli 1975) in die Stadt Mühlacker. Das ausgedehnte Stadtgebiet an der mittleren Enz zwischen Pforzheim und Vaihingen erstreckt sich über verschiedene Naturräume: Der Norden zählt zum Keupervorland des Strombergs, der Süden zum Muschelkalkland des westlichen Neckarbeckens. Mühlacker und Enzberg liegen direkt an der Bundesstraße B 10 und an der Bahnstrecke Pforzheim-Stuttgart; Lienzingen befindet sich an der Bundesstraße B 35.

Geschichte Mühlacker: Der alte Ortskern ist das südlich der Enz gelegene Dürrmenz. Diese Siedlung aus der Merowingerzeit ist bereits 779 als "Turmenze" ersturkundlich erwähnt und war Besitzschwerpunkt des Klosters Lorsch. Die Herren von Dürrmenz, ein örtliches Ministerialengeschlecht, das mit den Adelsfamilien von Enzberg und von Niefern zusammengehört, haben den Ort bis 1482 an das Kloster Maulbronn veräußert. Dessen "Wiege" stand ursprünglich in der abgegangenen Siedlung Eckenweiher auf Dürrmenzer Markung, die 1138 bis 1147 Sitz des Klosters war und 1832 eingemeindet wurde. 1504 ging die Oberhoheit über den gesamten Klosterbesitz an Württemberg über, das die Reformation einführte und das Klosteramt Maulbronn bildete, zu dem auch Dürrmenz gehörte. 1699 siedelten sich Waldenser und Hugenotten, reformierte Glaubensflüchtlinge aus Piemont, in der direkt an Dürrmenz anschließenden Siedlung Du Queyras (auch Welschdorf) an, die längst im Hauptort aufgegangen ist, aber den kirchlichen Mittelpunkt aller Waldenser im Klosteramt bildete. Ab 1806 zählte Dürrmenz zum Oberamt Maulbronn. Die älteste schriftliche Nennung des nördlich der Enz gelegenen ehemaligen Weilers Mühlacker als "Mulnagger" datiert erst aus dem Jahr 1292. Der Ort gehörte zum Marktort Dürrmenz, wovon die lange gültige Ortsbezeichnung Dürrmenz-Mühlacker zeugt. Er nahm erst seit 1858 infolge des Eisenbahnbaus als Bahnknotenpunkt (Zusammentreffen der Linien von Heidelberg-Bruchsal und Karlsruhe-Pforzheim nach Stuttgart) und durch die damit früh einsetzende Industrieansiedlung enormen Aufschwung. Mühlacker überflügelte das alte Dürrmenz; 1930 erfolgte die Stadterhebung. Bemühungen um die Ausweisung als Amtssitz scheiterten; so blieb Mühlacker-Dürrmenz beim Oberamt Maulbronn und gehörte von 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen. Im Zweiten Weltkrieg hatte die Stadt unter Zerstörungen zu leiden. Seit 1. Januar 1973 ist Mühlacker Große Kreisstadt.  Aus Dürrmenz stammte der Geistliche Hermann Heinrich Frey (1549-1599).

Geschichte Enzberg: Der Ort ist im Jahr 1100 als "Enzeberch" erstmalig urkundlich genannt. Die Burg war vermutlich einst Hauptsitz der Kraichgaugrafen im Enzgau. Die zugehörige Siedlung konnte wohl vom Abgang des nordwestlich gelegenen Ortes Dalfingen profitieren. Die Familie von Enzberg, ein salisches, dann speyerisches Ministerialengeschlecht, übte vorübergehend die Vogtei über das Kloster Maulbronn aus und trug im 14. Jahrhundert Burg und Ort Enzberg den Markgrafen von Baden zu Lehen auf. Zur selben Zeit ist der Ort als Stadt bzw. Städtlein bezeichnet; nach der Zerstörung 1384 durch den Pfalzgrafen nahm die Besiedlung aber dörfliche Form an. Die Junker von Enzberg verlegten 1409 ihren Sitz nach Mühlheim an der Donau. Das Kloster Maulbronn erwarb 1438 endgültig ein Viertel von Enzberg, das ab Mitte des 16. Jahrhundert zum Klosteramt Maulbronn zählte. Verschiedene reichsritterschaftliche Familien besaßen nacheinander die übrigen drei Viertel, bis diese 1685 durch Kauf ebenfalls an das Herzogtum Württemberg gelangten, das für diesen Anteil ein eigenes Rentkammeramt einrichtete; die Steuerhoheit verblieb jedoch beim Ritterkanton Neckar-Schwarzwald. 1699 gründeten Waldenser nördlich des Ortes den Weiler Sengach, der kirchlich (reformiert) zu Dürrmenz gehörte. Enzberg selbst war bis 1818 Teil der evangelisch-lutherischen Pfarrei im badischen Nachbarort Niefern. Anfang des 19. Jahrhunderts gelangte ganz Enzberg zum Oberamt Maulbronn und war 1938-1972 Teil des Landkreises Vaihingen. Im Enztal befindet sich ein großes Umspannwerk, das aus dem Kraftwerk eines schon 1901 gegründeten Gemeindezweckverbandes hervorging.

Geschichte Großglattbach: Der früheste schriftliche Nachweis datiert aus dem Jahr 782 als "Glatebach"; die urkundlichen Nennungen sind bis ins Spätmittelalter allerdings nicht klar von Kleinglattbach bei Vaihingen zu unterscheiden. Im 12./13. Jahrhundert ist örtlicher Niederadel und seit 1245 Grundbesitz des Klosters Maulbronn bezeugt, das wohl im 14. Jahrhundert die Ortsherrschaft über ganz Großglattbach erlangen konnte. Mit dem Übergang der Oberhoheit über das Klostergebiet (1504) kam der Ort an Württemberg und wurde dem Klosteramt, später Oberamt Maulbronn integriert. 1842 erfolgte eine Umgliederung zum Oberamt (1938-1972 Landkreis) Vaihingen.

Geschichte Lienzingen: Das aus der frühen Merowingerzeit stammende Dorf ist 766 und in den folgenden Jahren mehrfach schriftlich bezeugt (Linzingen, Leonzingen, auch Lentzenheim). Der Name rührt von einem Personennamen her. Die wichtige Handelsstraße von Frankfurt über Speyer nach Cannstatt und Ulm (heute B 35) führte mitten durch den Ort. Nach Besitzungen der Klöster Lorsch und Sinsheim ist Maulbronn ab 1245 als Grundherr bekannt; der Abtei gelang es bis zum 14. Jahrhundert die Ortsherrschaft über ganz Lienzingen zu erlangen. Mit Maulbronn kam das Dorf 1504 unter württembergische Oberhoheit und wurde nach der Reformation dem gleichnamigen Klosteramt einverleibt. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurden 1692 rund 30 Gebäude von französischen Truppen niedergebrannt. Lienzingen gehörte ab 1806 zum Oberamt Maulbronn und 1938-1972 zum Landkreis Vaihingen.

Geschichte Lomersheim: Der ebenfalls zur Zeit der Merowinger gegründete Ort ist 768 und 800 ersturkundlich überliefert (Rothmarsheim - wohl verschrieben - sowie Lotmarsheim). Die Benennung erfolgte nach einem Personennamen. Vom 12. bis ins 16. Jahrhundert sind als edelfreies Geschlecht die Herren von Lomersheim nachweisbar, welche die sogenannte Rotenburg oberhalb des Dorfes bewohnten. Lomersheim wurde um 1400 mehrfach als Stadt oder Städtlein bezeichnet. Die Herrschaftsrechte, ursprünglich teilweise bei den Herren von Dürrmenz und der Markgrafschaft Baden, konnte bis ins 15. Jahrhundert das Kloster Maulbronn gänzlich erwerben. Mit Übergang der Oberhoheit über die Abtei (1504) gelangte Lomersheim an das Herzogtum Württemberg. Es war Teil des Klosteramts, später Oberamts Maulbronn und 1938-1972 des Landkreises Vaihingen. Die Wirtschaftsstruktur Lomersheims wurde im 20. Jahrhundert stark durch die Weberei Wendler aus Reutlingen geprägt. Walter von Lomersheim war 1138/47 Stifter des Klosters Maulbronn.

Geschichte Mühlhausen an der Enz: Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem frühen 12. Jahrhundert. Ein örtliches Niederadelsgeschlecht stand im Gefolge der Grafen von Vaihingen und der Pfalzgrafen von Tübingen. Später erwarb das Kloster Maulbronn Herrschaftsrechte über Mühlhausen, das offenbar direkt unter königlichem Schutz gestanden hatte. 1508 jedoch verzichtete die Abtei auf Ortsherrschaft mit Blutgerichtsbarkeit und überließ diese Konrad Thumb von Neuburg, der vom Kaiser damit belehnt wurde. 1648 erkaufte Johann von Hohenfeld den Ort, auf ihn folgte 1689 die Familie von Stein zu Neuweier. Die Steuerrechte wurden vom Ritterkanton Kocher verwaltet. 1785 erkaufte das Herzogtum Württemberg Mühlhausen und richtete ein eigenes Kammerschreibereiamt ein. Ab dem 19. Jahrhundert gehörte das Dorf zum Oberamt bzw. (bis 1972) Landkreis Vaihingen. Infolge seiner Lage in einer Schlinge der Enz hatte Mühlhausen häufig unter Hochwasser zu leiden. In Mühlhausen wurden der geistliche Liederdichter Philipp Friedrich Hiller (1699-1769) und der Staatswirtschaftler Prof. Friedrich Karl Fulda (1774-1847) geboren.

Sehenswürdigkeiten: Burgruine Löffelstelz, Keltergebäude (mit Heimatmuseum) sowie Senderanlage des Südwestrundfunks in Mühlacker; Fachwerkbau ("Schlössle") am Marktplatz in Enzberg; Wehrkirche und ehemalige Posthalterei (1604) in Großglattbach; spätgotische Wehrkirche und Fachwerkhäuser in Lienzingen sowie Liebfrauenkirche (1476) südlich des Ortes; Turmreste der ehemaligen Burg, evangelische Pfarrkirche (Mitte 15. Jahrhundert) und Kelter in Lomersheim; Rennaissanceschloss (1566) und evangelische Pfarrkirche (1458) in Mühlhausen an der Enz... Naar website  

Neuenbürg

Neuenbürg ist eine Stadt im Enzkreis in Baden-Württemberg, zwölf Kilometer südwestlich von Pforzheim. Die ehemalige württembergische Oberamtsstadt an der Enz besteht aus vier Ortsteilen: Kernstadt, Dennach, Arnbach und Waldrennach. Die Kleinstadt liegt in einem Mäandertal an einem idealtypisch ausgebildetem Umlaufberg im Nordschwarzwald. Die Stadt Neuenbürg in ihrer heutigen Form entstand durch Eingemeindung der bis dahin selbständigen Ortschaften Arnbach, Dennach und Waldrennach zum 1. Januar 1975.
Neuenbürg liegt rund zehn Kilometer südwestlich von Pforzheim an der Bundesstraße 294 und der Enztal-Bahnlinie von Wildbad nach Pforzheim. Naturräumlich gehören die Stadt und ihre Teilorte zum westlichen Nordschwarzwald, wobei sich deren Gebiet im Osten bis auf die Enz-Nagold-Platte vorschiebt und Neuenbürg selbst sich ins tiefeingeschnittene, schmale Tal der Enz einschmiegt.

Geschichte Neuenbürg: Die Stadt Neuenbürg entwickelte sich aus einer Siedlung am Fuße eines Bergspornes über der Enz, auf dem im Hochmittelalter von den Grafen von Vaihingen eine Wehranlage errichtet worden war: "Novum castrum", also Neue Burg (erstmals erwähnt 1272). Die Siedlung in der engen Talsohle der Enz wurde im 14. Jahrhundert zur Stadt erhoben. Zuvor waren die Herrschaftsrechte an die Markgrafen von Baden übergegangen, von ihnen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an die Grafen von Württemberg, die es der Krone von Böhmen zu Lehen auftrugen. In den Jahren 1550-1567 wurde auf dem Berg über der Stadt das Neue Schloss erbaut. Neuenbürg war bis 1938 württembergische Oberamtsstadt und gehörte danach bis 1972 zum Landkreis Calw. Im Jahre 1783 brannte die Stadt fast vollständig ab; ein kleinerer Brand erfolgte im Jahre 1833. Zudem traten häufig Schäden durch Hochwasser der Enz auf. Die eng begrenzte Markung erlaubte kaum Landwirtschaft; so stützte sich die örtliche Wirtschaft vor allem auf das Flößergewerbe, die Gerberei sowie auf (Säg-)Mühlen. Hinzu kam der Eisenerzabbau, der hier bereits in prähistorischer Zeit erfolgte. Schon im Jahre 1803 nahm eine Sensenfabrik ihre Produktion auf. In Neuenbürg sind geboren der Dichter und Lehrer Schillers Johann Ulrich Schwindrazheim (1736-1813), die Medizinprofessoren Adam Karl August Eschenmajer (1768-1852) und Robert Eugen Gaupp (1870-1953) sowie der Jurist Heinrich Ernst Ferdinand Bolley (1770-1847). Der Dichter Wilhelm Ganzhorn (1818-1880) wirkte als Oberamtsrichter in Neuenbürg.

Geschichte Arnbach: Arnbach entstand wohl im Rahmen der Besiedlung des Nordschwarzwaldes im Hochmittelalter. Urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1231 als "Ahernbach", vermutlich eine Ableitung von Ahorn. Der Ort kam wohl zusammen mit Neuenbürg im 14. Jahrhundert an Württemberg. Für Arnbach wie auch für die folgenden beiden Stadtteile war Jahrhunderte lang Neuenbürg Amtssitz, 1938 bis 1972 gehörten sie zum Landkreis Calw.

Geschichte Dennach: Das Waldhufendorf Dennach, erstmals im Jahre 1368 als "Tennech" (Tannenwald) schriftlich nachgewiesen, entstand als hochmittelalterlicher Rodungsort im Zuge der Besiedlung des Nordschwarzwaldes. Auf der Markung befand sich die Burg der Herren von Straubenhart, die 1381 von Württemberg und Baden gemeinsam zerstört wurde. Die Familie von Straubenhart starb 1442 aus. Über die Jahrhunderte hatten sowohl Baden als auch Württemberg Rechte in Dennach. Seit 1528 stand der Ort mehrheitlich unter württembergischer Herrschaft. Dennach ist der höchstgelegene Ort des Enzkreises (700 m über NN).

Geschichte Waldrennach: Wie Dennach ist auch Waldrennach ein als Waldhufendorf angelegter hochmittelalterlicher Rodungsort. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahre 1404, als er von Brötzingen nach Langenbrand umgepfarrt wurde. Ab der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde auf der Markung Eisenerz abgebaut; bis zu zehn Gruben waren hier in Betrieb. Im Jahre 1865 wurde der Bergbau eingestellt.

Sehenswürdigkeiten: Neues Schloss (mit Regionalmuseum Nordschwarzwald) und Altes Schloss (Ruine) auf dem Schlossberg, darunter auf halber Höhe die Sankt Georgskirche und im Stadtkern die evangelische Stadtkirche in Neuenbürg; Besucherbergwerk "Frischglück" zwischen Neuenbürg und Waldrennach;
Felsengruppe "Im Angelstein" in Waldrennach... Naar website
 

Neuhausen

Neuhausen ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 12 km südöstlich der Kreisstadt Pforzheim gelegen. Neuhausen liegt auf der Hochfläche zwischen Nagold und Würm, dem so genannten Biet, zwischen 430 und 570 Meter N.N. Die heutige Gemeinde Neuhausen entstand durch Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Ortschaften Hamberg, Neuhausen und Steinegg zum 1. März 1973, zu denen am 1. Januar 1975 noch Schellbronn hinzutrat. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Hochfläche zwischen Nagold- und Würmtal im Südosten Pforzheims.

Geschichte Neuhausen: Der von Merklingen her angelegte Ausbauort aus fränkischer Zeit ist in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert als "Nuhusen" urkundlich erstmals fassbar. Im selben Jahrhundert ist örtlicher Adel nachgewiesen. Im 15. Jahrhundert kam Neuhausen an die reichsritterschaftliche Familie von Gemmingen, die sich im Laufe der Jahrhunderte in verschiedene Linien aufspaltete und wieder vereinigte. Neuhausen gehörte mit sieben weiteren Dörfern, darunter die unten genannten Ortsteile Hamberg, Schellbronn und Steinegg, zum sogenannten Gemmingischen Gebiet (kurz: Biet), über das der Ritterkanton Neckar und Schwarzwald die Steuer- und Militärhoheit ausübte. Obwohl auch die Markgrafschaft Baden landesherrliche Ansprüche erhob, beschränkte sich deren Einfluss auf Gesetzgebung und höchste Rechtsprechung. Die Sonderstellung des Gemmingischen Gebiets äußerte sich auch in der Konfessionszugehörigkeit: Während in den umliegenden Orten durch Baden oder Württemberg die Reformation eingeführt wurde, blieb die Familie von Gemmingen mit ihren Untertanen katholisch. Im Zuge der Mediatisierung geriet das Gebiet 1806 ganz unter badische Souveränität. 1839 verkaufte Freiherr Julius von Gemmingen auch seine grundherrlichen Rechte an Baden. Das Biet gehörte bis 1972 zum Oberamt, Bezirksamt bzw. ab 1936 Landkreis Pforzheim. Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt Neuhausen Zerstörungen.

Geschichte Hamberg: Das langgezogene Waldhufendorf ist als Rodungssiedlung im Hochmittelalter entstanden. Die ersturkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1453. Hambergs Geschichte steht möglicherweise schon von Anfang an in engem Zusammenhang mit der Burg Steinegg und den anderen Biet-Gemeinden. Auf Hamberger Gemarkung befand sich das abgegangene gemmingische Jagdschloss Taulbronnen.

Geschichte Schellbronn: Wie Hamberg ist auch dieser Ort eine hochmittelalterliche Rodungssiedlung. Schellbronn wurde von Merklingen aus als Waldhufendorf angelegt. Die Ersterwähnung als "Scaltebrunnen", was "tönende Quelle" bedeutet, stammt aus der Zeit vor 1100. Ursprünglich besaß das Kloster Hirsau umfangreiche Rechte. Im 15. Jahrhundert gehörte der Ort zur markräflich-badischen Herrschaft Liebenzell. Die Markgrafen gaben Schellbronn um die Jahrhundertmitte als Lehen an die Familie von Gemmingen aus, die 1557 auch die letzten Hirsauer Grundrechte erwerben konnte. Fortan gehörte das Dorf vollständig zur Herrschaft Gemmingen-Hagenschieß.

Geschichte Steinegg: Der Ausbauort zu einer hochmittelaterlichen Burg, die durch das Adelsgeschlecht von Stein angelegt worden war, ist um 1140 urkundlich erstmals genannt. Im 14. Jahrhundert ist eine Familie von Steinegg nachgewiesen, die eines der Häupter des sogenannten Schleglerbundes war. Im 15. Jahrhundert kam Steinegg als markgräflich-badisches Lehen an die Familie von Gemmingen und war Mittelpunkt deren Herrschaft Hagenschieß. Ab 1515 existierte eine eigene Linie Gemmingen-Steinegg.

Sehenswürdigkeiten: Katholische Pfarrkirche St. Urban und Vitus (1521/23), Sebastianskapelle (1475) in Neuhausen und Wendelinskapelle (1723/24) zwischen Neuhausen und Steinegg; Schloss bzw. Burgruine (mit datierbaren Teilen ab dem 15. Jahrhundert) und Schlosskapelle in Steinegg... Naar website 

Neulingen

Neulingen ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Bretten, Knittlingen und Pforzheim sind die nächstgelegenen Städte. Neulingen liegt etwa zehn Kilometer nördlich von der Kreisstadt Pforzheim auf einer wasserarmen Karsthochfläche, der Bauschlotter Platte, nahe der badisch-schwäbischen Grenze. Am 1. Januar 1974 schlossen sich die drei Ortschaften Bauschlott, Göbrichen und Nußbaum zur Gemeinde Neulingen zusammen. Die Benennung erfolgte nach dem einst auf Göbricher Markung gelegenen und im 14. Jahrhundert abgegangenen Dorf Neulingen (Neidlingen/Nidlingen). Die Gemeinde Neulingen liegt auf einer Hochfläche nördlich Pforzheims, der sogenannten Bauschlotter Platte. Die Autobahnausfahrt Pforzheim-Nord der Bundesautobahn A 8 ist wenige Kilometer entfernt; Bauschlott liegt direkt an der Bundesstraße 294.

Geschichte Bauschlott: Die planmäßig als Angerdorf angelegte Ausbausiedlung des 10./11. Jahrhunderts ist im Jahr 1071 als "Buslat" erstmals urkundlich erwähnt. Damals ist örtlicher Adel nachgewiesen. Nach komplizierten Besitzverhältnissen im Spätmittelalter gelangte Bauschlott Anfang des 16. Jahrhundert an die Familie von Wallstein, die dort eine Wasserburg errichtete. 1581 erwarb die Markgrafschaft Baden, die zuvor schon Lehensinhaber war, die unmittelbare Ortsherrschaft und führte die Reformation ein. Die Burg erkaufte Baden erst 1726 und ersetzte diese Anfang des 19. Jahrhunderts durch das jetzige Schloss, einen klassizistischen Neubau von Friedrich Weinbrenner. Bauschlott wurde vom Oberamt, später Bezirksamt und 1936 bis 1972 Landkreis Pforzheim verwaltet. Aus Bauschlott stammte der Forstwissenschaftler Prof. Karl Abetz (1896-1964).

Geschichte Göbrichen: Der Ort ist als "Geberichingen" um 1100 erstmals schriftlich erwähnt, sein Name leitet sich von einem Sippenältesten Geberich ab. Das Kloster Herrenalb konnte nach und nach die Ortsherrschaft erwerben, das diese 1526 an die Markgrafschaft Baden verkaufte. Göbrichen zählte zum badischen Amt Stein und nach dessen Auflösung (1821) zum Oberamt bzw. Bezirksamt und späteren Landkreis Pforzheim. Im Süden der Göbricher Gemarkung liegt der Katharinentalerhof, ein ehemals markgräflich-badisches Hofgut.

Geschichte Nußbaum: Der kleinste der drei Neulinger Ortsteile ist wohl zugleich der älteste: 883 als "Muzboumen" (vermutlich Verschreibung) erstmals erwähnt, dürfte Nußbaum ein Ausbauort des 9. Jahrhunderts sein. Für das Hochmittelalter ist örtlicher Adel bezeugt. Wie Göbrichen kam das Dorf in den Besitz des Klosters Herrenalb. Mit dessen Säkularisation gelangte Nußbaum an das Herzogtum Württemberg und wurde von der Derdinger Stabspflege des Klosteramtes Herrenalb verwaltet. Erst 1806 kam der Ort per Tauschvertrag an das Großherzogtum Baden. Zuständiges Amt war bis 1821 Stein, dann Bretten und ab 1936 Pforzheim. Nußbaum ist einer der wenigen Orte der Region, in denen es während der Revolution 1848/49 zu Ausschreitungen kam.

Sehenswürdigkeiten: Breit angelegte Ortsanger, Schloss (mit Landeskundeschau Äthiopien) und (First-)Ständerhaus (Fachwerkbau von 1442) in Bauschlott, evangelische Pfarrkirchen in Göbrichen und Nußbaum; "Eisinger Loch" (Dolinenlandschaft) südwestlich von Göbrichen... Naar website  

Niefern-Öschelbronn

Niefern-Öschelbronn ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Die Gemeinde liegt am Rande des nördlichen Schwarzwalds etwa sieben km östlich von der Kreisstadt Pforzheim. Sie besteht aus den beiden Ortsteilen Niefern und Öschelbronn, die sich am 1. August 1971 freiwillig zusammenschlossen. Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten) sind Kieselbronn, Mühlacker, Wiernsheim, Wurmberg und Pforzheim. Niefern-Öschelbronn entstand am 1. August 1971 durch Zusammenschluss der Gemeinden Niefern und Öschelbronn. Wenige Kilometer nordöstlich Pforzheims gelegen, verbindet der bei Niefern in die Enz mündende Kirnbach die beiden Ortsteile. Niefern liegt an der Bundesstraße 10, hat über die Autobahnausfahrt Pforzheim-Ost direkten Anschluss an die A 8 und verfügt in Niefern-Vorort über einen Bahnhof.

Geschichte Niefern: Der frühmittelalterliche Ausbauort ist um 1080/1100 als "Nieveren" urkundlich erstmals erwähnt; der Ortsname wird als "neue Fähre" gedeutet. Im Hochmittelalter sind die Herren von Niefern als Ministerialengeschlecht der Bischöfe von Speyer überliefert, das vor 1500 ausstarb. Über verschiedene klösterliche und adelige Herrschaften gelangte der Ort 1529 ganz an Baden. Markgraf Karl II schenkte seinem Kanzler Martin Achtsynit (Amelius) 1555 die dortige Burg, die dieser zur Niefernburg ausbaute. Bereits im späten 17. Jahrhundert ging aus der Sägmühle eine Papierfabrik hervor. Niefern wurde vom Oberamt bzw. Bezirksamt und 1936 bis 1972 Landkreis Pforzheim verwaltet und konnte seine Markung bei der Aufteilung des Hagenschießwaldes 1929 beträchtlich erweitern. Bei Kriegsende 1945 waren starke Zerstörungen in Niefern und Öschelbronn zu beklagen. Aus Niefern stammen der Theologe Karl Wilhelm Doll (1827-1905) und der Bibliotheksdirektor Friedrich Lautenschlager (1890-1955).

Geschichte Öschelbronn: 835 als "Nessenbrunnen" und um 1100 als "Eschelbrunne" ersterwähnt, leitet sich der Ortsname vermutlich von Nesseln ab und wurde später auf Eschen umgedeutet. Ab 1245 ist Grundbesitz des Klosters Maulbronn bezeugt, das im Spätmittelalter die ganze Ortsherrschaft erwerben konnte. Mit dem Klostergebiet kam Öschelbronn 1504 an das Herzogtum Württemberg und gehörte seit der Reformation zu dessen Klosteramt Maulbronn. Erst 1810 wurde der Ort im Tausch an das Großherzogtum Baden abgetreten. Amtssitz war fortan das Oberamt bzw. Bezirksamt, später der Landkreis Pforzheim. Bereits mehrfach durch Brandkatastrophen heimgesucht, zerstörte ein Großfeuer 1933 über 200 Gebäude im alten Ortskern, der danach in alter Zimmermannstradition neu aufgebaut wurde.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirche mit Lettner und Wandmalereien im Chor, Niefernburg (heute Erziehungsanstalt) sowie Heimatstuben im alten Rathaus in Niefern; Schanzgraben und neu errichtete Chartaque (Wachtturm) der "Eppinger Linien"; Öschelbronner Ortskern in alemannisch-fränkischem Fachwerkstil... Naar website
 

Ölbronn-Dürrn

Ölbronn-Dürrn ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 12 km von der Kreisstadt Pforzheim entfernt zwischen Kraichgau und Stromberg. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Knittlingen, Maulbronn und Neulingen. Die Gemeinde entstand am 1. Juli 1974 aus der Vereinigung des ehemals württembergischen Ortes Ölbronn mit ihrem früher badischen Nachbarn Dürrn. Ölbronn-Dürrn liegt nördlich von Pforzheim am Fuße des Eichelbergs zwischen der Hochfläche "Bauschlotter Platte" und dem Stromberg. Beide Ortsteile sind wenige Kilometer von der Bundesstraße 294 entfernt.

Geschichte Ölbronn: Ölbronn wurde erstmals im Jahr 1244 als "Elebrune" urkundlich erwähnt. Das Dorf ist vermutlich eine erst im Hochmittelalter entstandene Nachfolgesiedlung des abgegangenen Mühlhausen (Mulinhusen). Die ortsherrschaftlichen Rechte in Ölbronn gelangten 1270/85 aus dem Besitz der Herren von Enzberg/Niefern an das Kloster Maulbronn. Dessen umfangreiches Territorium kam 1504 unter den Schirm des Herzogtums Württemberg. Nach der Reformation und Säkularisation der Abtei zählte Ölbronn zu dessen Klosteramt Maulbronn. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf 1622 von kaiserlichen Truppen niedergebrannt und der größte Teil der Einwohnerschaft, angeblich 500 Menschen, getötet. Im 19. Jahrhundert gehörte Ölbronn zum Oberamt Maulbronn. Mit dessen Auflösung gelangte der Ort 1938 zum Landkreis Vaihingen und ist seit 1973 Teil des Enzkreises. Der Wirtschaftpionier Ferdinand von Steinbeis (1807-1893) war aus Ölbronn gebürtig. Als Präsident der Zentralstelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart gilt er als Motor der Industrialisierung in Württemberg. Auch Kammersänger Gottlob Frick (1906-1994), der als "der Welt schwärzester Bass" in die Operngeschichte einging, stammte aus Ölbronn. Die Gottlob-Frick-Gesellschaft hat dort ihren Sitz und erinnert mit einer im Rathaus eingerichteten Gedenkstätte an den großen Sänger.

Geschichte Dürrn: Eine wesentlich kompliziertere Besitzgeschichte hat Dürrn aufzuweisen. Der Name des 1240 als "Thurri(s)" erstmals erwähnten Ortes leitet sich vom Begriff "Turm" ab. Wenngleich ein römischer Viergötterstein auf der dortigen Gemarkung gefunden wurde, so handelt es sich beim jetzigen Dorf Dürrn um eine Ausbausiedlung aus vielleicht noch fränkischer Zeit, die nach dem Abgang des benachbarten Ortes Dalfingen (Dagolfingen) an Bedeutung gewann. Während im 13. Jahrhundert vereinzelt Ortsadel bezeugt ist, gelangte Dürrn im Spätmittelalter unter die Hoheit mehrerer Herrschaftsträger, die nach- und nebeneinander verschiedene Rechte besaßen. 1512 sind als gemeinsame Vogtherren das Herzogtum Württemberg und die Markgrafschaft Baden sowie die Adelsfamilien Leutrum von Ertingen und von Wallstein bezeugt. Kirchlich gehörte Dürrn lange zum benachbarten Kieselbronn, bis es 1656 eine eigene evangelische Pfarrei erhielt. 1687 konnte Baden weitere Anteile an der Ortsherrschaft erweben und brachte 1730 schließlich ganz Dürrn mit dem zugehörigen Karlshäuserhof in seinen Besitz. Dürrn gehörte zum Oberamt, später Bezirksamt und 1936 bis 1972 Landkreis Pforzheim. Auf dem Karlshäuserhof wurde der sardische General Karl Sigmund Friedrich Wilhelm Leutrum von Ertingen (1692-1755) geboren.

Sehenswürdigkeiten: Breit angelegter Dorfanger mit Fachwerkhäusern in Ölbronn; Wehrkirche mit Gaden sowie zahlreiche Fachwerkgebäude in Dürrn...  Naar website 
 

Ötisheim

Ötisheim ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 12 km von Pforzheim und 4 km von Mühlacker entfernt. Ötisheim liegt im Strombergvorland des östlichen Enzkreises wenige Kilometer westlich von Mühlacker. Die Gemeinde ist Haltepunkt an der Stadtbahnlinie Bretten-Mühlacker.

Ötisheim gilt als Ausbauort der frühen Merowingerzeit. Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde datiert vermutlich auf das Jahr 783 als "Autinesheim"; der Ortsname geht wohl auf einen Personennamen zurück. Bereits im 12. Jahrhundert ist Besitz des nahegelegenen Klosters Maulbronn nachgewiesen, das dort einen Pfleghof errichtete. Der Abtei gelang es schließlich ganz Ötisheim in ihre Hand zu bekommen. Das unter kurpfälzischem Schutz stehende Kloster wurde mit seinem Gebiet 1504 dem Herzogtum Württemberg zugesprochen; so wurde auch Ötisheim nach der Reformation vom württembergischen Klosteramt Maulbronn verwaltet, blieb aber Pflege zur Verwaltung der Einkünfte auch aus den umliegenden Dörfern. In unmittelbarer Nähe des befestigten Ortes am in die Enz fließenden Erlenbach ereignete sich 1692 während des Pfälzischen Erbfolgekriegs die sogenannte "Schlacht von Ötisheim", ein Scharmützel, bei dem der württembergische Herzog-Administrator Karl Friedrich von französischen Truppen geschlagen wurde. Nach der Niederlage wurden rund 100 Gebäude in Ötisheim niedergebrannt; das Dorf erlebte den wohl schwärzesten Tag seiner Geschichte. Bald nach dem Krieg, 1699, nahm Württemberg reformierte Glaubensflüchtlinge, Waldenser und Hugenotten, aus Piemont im heutigen französisch-italienischen Grenzgebiet auf. Die Kleinsiedlungen Corres und Schönenberg wurden gegründet. In letzterer ließ sich Henri Arnaud (1643-1721), Pfarrer und Anführer der Waldenser, nieder. Während Corres nie eine eigene Gemarkung hatte, wurde Schönenberg erst 1924 eingemeindet. Der am gleichnamigen Gewässer gelegene Weiler Erlenbach ist hingegen bereits seit 1245 erwähnt. Von 1806 bis 1938 gehörte Ötisheim zum Oberamt Maulbronn und dann bis 1973 zum Landkreis Vaihingen. In Ötisheim wurden geboren der Forstwissenschaftler Prof. Wilhelm Heinrich Gwinner (1801-1866) sowie der Geologe und Mineraloge Prof. Gottlob Eduard Linck (1858-1947).

Sehenswürdigkeiten: Maulbronner Pfleghof und weitere Fachwerkgebäude in Ötisheim; Deutsches Waldensermuseum im Henri-Arnaud-Haus in Schönenberg; Waldenserhäuser in Corres... Naar website
 

Remchingen

Remchingen ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Remchingen liegt im Pfinztal zwischen den Städten Karlsruhe und Pforzheim. Die Gemeinde Remchingen entstand zum 1. Januar 1973 durch Zusammenschluss der Ortschaften Singen und Wilferdingen; am 1. Januar 1975 erfolgte die Eingemeindung von Nöttingen. Der Ortsname wurde in Nachbenennung nach dem abgegangenen Dorf Remchingen bei Wilferdingen gewählt. Das Gemeindegebiet im nordwestlichen Enzkreis zählt zum Pfinzhügelland des südlichen Kraichgaus. Die Bahnlinie Karlsruhe-Pforzheim verläuft zwischen Wilferdingen und Singen (Haltepunkt), die Bundesautobahn A 8 zwischen Nöttingen und Wilferdingen (Ausfahrten Karlsbad bzw. Pforzheim-West). Letzteres liegt direkt an der Bundesstraße 10.

Geschichte Wilferdingen: Der früheste urkundliche Beleg für Wilferdingen ist auf die Jahre zwischen 888 und 893 datierbar und lautet "Vulvirincha". Auf dortiger Markung lebten allerdings schon Römer, wie die Ausgrabungen eines Dorfes "Vicus Senotensis" beweisen. Die Herrschaftsrechte Wilferdingens standen in engem Zusammenhang mit der abgegangenen Burg Remchingen, von der heute nur noch der Burghügel ansatzweise zu erkennen ist. Die zugehörige Siedlung befand sich in der Nähe des heutigen Bahnhofs. Vermutlich schon im Hochmittelalter wurde das 1160 erstmals schriftlich erwähnte Remchingen auf Burg und Kirche reduziert. Der erst im 18. Jahrhundert erloschene Ortsadel "von Remchingen" entstammte der Ministerialität der Grafen von Vaihingen und stand früh in Beziehung zu den Grafen von Eberstein. Die Familie von Remchingen starb erst Ende des 18. Jahrhunderts aus. Spätestens seit dem frühen 14. Jahrhundert hatten die Markgrafen von Baden Rechte an der Herrschaft Remchingen inne; der Ortsadel war von diesen und den Ebersteinern mit Anteilen belehnt. Auch andere Familien wie die von Gültlingen und von Hoheneck waren badische Lehensinhaber, so von zwei Dritteln Wilferdingens bzw. der Burg Remchingen. 1562 gelangte die gesamte Herrschaft Remchingen dauerhaft in badische Hand. Ein eigenes badisches Amt Remchingen bestand schon 1404. Es wurde um 1600 mit dem Amt Stein vereinigt und ging in diesem schließlich ganz auf. 1604 starb Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach unterwegs auf der Burg Remchingen, als er die Stadt Pforzheim mit Waffengewalt zur Annahme des kalvinistischen Bekenntnisses zwingen wollte. Wilferdingen und Remchingen wurden im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1691 bzw. 1692) von französischen Truppen zerstört, die Burg 1749 vollends abgetragen und die dortige Kirche 1784 abgebrochen. Letzte bauliche Reste Remchingens verschwanden im 19. Jahrhundert. Wilferdingen hatte längst dessen Funktion als Gemeinde und Pfarrei übernommen. Mit dem Ende des Amtes Stein kam das Dorf 1821 zum Oberamt, später Bezirksamt Durlach und nach dessen Auflösung (1924) zum Bezirksamt bzw. 1936-1972 Landkreis Pforzheim. Aus Wilferdingen stammte der "Rösslewirt" Carl Dittler (1802-1876), dem in der Revolution 1848/49 eine bedeutende Rolle zukam.

Geschichte Nöttingen: Die ersturkundliche Erwähnung des Ortes ist nicht eindeutig in das 9. oder 10. Jahrhundert datierbar, als ein gewisser Notinghus dem Kloster Reichenau Besitzungen in "Nettingen" schenkte. Der Ortsname könnte auf diesen Noting zurückgehen oder aber – wie sonst bei den auf -ingen endenden Ortschaften – auch wesentlich älter sein. Seit dem 13. Jahrhundert erwarb die Markgrafschaft Baden nach und nach die Ortsherrschaft, die sie seit dem Ankauf der Herrschaft Remchingen (1562) vollständig innehatte. Nöttingen gehörte zum Amt Remchingen, dann Stein und ab 1803 zum Oberamt bzw. Bezirksamt sowie 1936-1972 Landkreis Pforzheim. Nordwestlich von Nöttingen liegt das 1935 dorthin eingemeindete kleine Straßendorf Darmsbach. Es war als hochmittelalterliche Ausbausiedlung von Nöttingen aus angelegt worden und ist im Jahr 1278 als "Darmesbach" erstmals schriftlich nachgewiesen. Die Herren von Remchingen hatten dort Grundbesitz. 1454 gelangte der Ort mit Wilferdingen an Baden. Darmsbach gehörte kirchlich stets zu Nöttingen.

Geschichte Singen: Früher als die anderen Remchinger Ortsteile ist das spätestens aus merowingischer Zeit stammende Singen urkundlich bezeugt. Bereits auf 769 wird die erste Erwähnung von "Sigincheim" datiert, das wohl nach einem Personennamen benannt ist. Die Herrschaftsentwicklung verlief parallel zu derjenigen von Wilferdingen. So gehörten schon 1404 zwei Drittel des Dorfes zum badischen Amt Remchingen. Singen zählte später ebenfalls bis 1821 zum Amt Stein, bis 1924 zu Durlach und seither zu Pforzheim. Mit dem Bau der Eisenbahn verbesserten sich die ökonomischen Verhältnisse der Einwohner aller drei Remchinger Ortsteile, da die aufkeimende Industrie in Karlsruhe und Pforzheim neue Erwerbsmöglichkeiten bot.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirchen in Wilferdingen (1784/86), Nöttingen (1609/1785) und Singen (1609/1785)....  Naar website  

Sternenfels

Sternenfels ist die nördlichste Gemeinde des Enzkreises in Baden-Württemberg. Sie liegt zwischen Kraichgau und Stromberg ca. 20 km Luftlinie in nordöstlicher Richtung von der Kreisstadt Pforzheim entfernt. Sternenfels liegt am westlichen Ausläufer der durch eine Reliefumkehr geprägten, ost-west verlaufenden Strombergschüssel. Durch Sternenfels verläuft die Wasserscheide zwischen Rhein und Neckar im Übergangsbereich zwischen Kraichgau und Stromberg. Im Ortsteil Diefenbach liegt die Quelle der Metter, die sich über die Enz in den Neckar entwässert, in Sternenfels die des Kraichbaches, der direkt in den Rhein mündet. Die heutige Gemeinde Sternenfels entstand durch Zusammenschluss der Ortschaften Diefenbach und Sternenfels zum 1. Januar 1974. Das Gemeindegebiet liegt am nordöstlichen Rand des Enzkreises und grenzt direkt an die Landkreise Karlsruhe, Heilbronn und Ludwigsburg. Naturräumlich gehört Sternenfels dem Stromberg zu.

Geschichte Sternenfels: Die von Kürnbach her gegründete hochmittelalterliche Burgsiedlung ist als "Sterrenvils" 1232 erstmals urkundlich fassbar. Die Edelfreien von Kürnbach nannten sich seither nach ihrem neuen Sitz. Bereits 1320 konnte die Grafschaft Württemberg eine Hälfte von Sternenfels aufkaufen, 1381 war der ganze Ort württembergisch. Dennoch gaben die Grafen und späteren Herzöge das Dorf mehrfach als Lehen an verschiedene Adelsfamilien, zuletzt 1524 an die Familie von Sternenfels. Erst 1749 verkaufte Bernhard von Sternenfels seinen Besitz an Württemberg. Die Burg wurde 1778 abgetragen, an ihrer Stelle hat man später den heutigen Aussichtsturm errichtet. Sternenfels wurde vom württembergischen Oberamt Güglingen aus verwaltet, gehörte seit 1816 zum Oberamt Maulbronn und 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen. Im 16. Jahrhundert war im Ort die Reformation eingeführt worden. Sternenfels war aber lange kirchlich nach Leonbronn orientiert und erhielt erst im 19. Jahrhundert eine eigene Pfarrei. Der Ort galt als Dorf der Sandbauern und Korbflechter: Viele der meist wenig bemittelten Bewohner mahlten Brocken aus den Sandsteinbrüchen der Umgebung zu feinem Fegsand (Stubensand) oder flochten Backkörbe und Strohmatten. Aus Sternenfels stammte der Dialektforscher und Privatgelehrte Friedrich Veit (1871-1913).

Geschichte Diefenbach: Das Dorf ist vermutlich im beginnenden Hochmittelalter von Knittlingen aus angelegt worden. Die früheste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1023 als "Duiffenbach". Bereits seit 1152 ist Besitz der erst kurz zuvor gegründeten Zisterzienserabtei Maulbronn am Ort nachweisbar, ab 1312 auch des Zisterzienserklosters Herrenalb. Erstere konnte schließlich die Ortsherrschaft über ganz Diefenbach erwerben. Nachdem sie 1504 mit ihrem gesamten Gebiet württembergischem Schirm unterstellt wurde, führte das Herzogtum die Reformation ein und gliederte Diefenbach seinem Klosteramt Maulbronn zu. Im Zusammenhang mit der Französischen Revolution erhoben sich 1789 einige Bewohner zum sogenannten "Aufruhr der Diefenbacher", der mit Bestrafung der "Hauptschuldigen" endete. Ab 1806 gehörte das Dorf zum Oberamt Maulbronn und 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen. Ebenfalls in Maulbronner Besitz standen die beiden südöstlich bzw. östlich von Diefenbach gelegenen Klosterhöfe Burrainhof an der Stelle einer ehemaligen Burg und Füllmenbacherhof (1152 "Uilembach"), ein nach einer verfallenen hochmittelalterlichen Siedlung wieder aufgebauter Weiler.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirche (Anfang 18. Jahrhundert) und Schlossbergturm mit Heimatstube in Sternenfels; evangelische Pfarrkirche von Heinrich Schickhardt (1621) und Fachwerkgebäude in Diefenbach... Naar website  

Straubenhardt

Straubenhardt ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Die Gemeinde Straubenhardt entstand durch Zusammenschluss der Ortschaften Conweiler, Feldrennach und Schwann zum 1. Dezember 1973. In den Folgejahren wurden Ottenhausen (1.1.1974) und Langenalb (1.1.1975) eingemeindet. Der neue Ortsname wurde in Rückbesinnung auf die Adelsfamilie von Straubenhart/Strubenhart gewählt, die mit der Geschichte der Ortsteile eng verbunden ist. Das umfangreiche Gemeindegebiet im südwestlichen Enzkreis wird von unterschiedlichen Landschaftsteilen berührt: Große Anteile kommen den sanft abfallenden Albtalplatten zu. Wegen den dort typischen Streuobstwiesen bezeichnet man die Region auch "Kirschengäu". Der Süden Straubenhardts gehört zu den auslaufenden Enzhöhen und damit zum Nordschwarzwald.

Geschichte Conweiler: Der Ort ist als Waldhufendorf im Hochmittelalter durch die Herren von Straubenhart angelegt worden. Die ersturkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1297 als "Cunnenwilre", namengebend war der Vorname Cuno. Die nördlich gelegene Burg wurde 1384 in einer Fehde mit dem württembergischen Grafen zerstört. 1431 besaß Württemberg bereits sieben Achtel des Ortes, 1446 konnte es den Rest von den Herren von Remchingen erwerben. Conweiler zählte zum Amt, später Oberamt Neuenbürg und 1938-1972 zum Landkreis Calw. Kirchlich war der Ort ursprünglich Filialgemeinde von Gräfenhausen, seit 1479 von Feldrennach. Viele Bewohner Conweilers lebten von der Herstellung von Schindeln und erhielten so die Bezeichnung "Schindelbauern". Der schwäbische Poet Wilhelm Ganzhorn (1818-1880), verheiratet mit Luise Alber, der Tochter des Rösslewirts von Conweiler, soll im Tal zwischen Conweiler und Feldrennach den Text des bekannten Volksliedes "Im schönsten Wiesengrunde" gedichtet haben.

Geschichte Feldrennach: Wie Conweiler ist auch Feldrennach als Waldhufendorf im Hochmittelalter durch die Herren von Straubenhart gegründet worden. Frühe schriftliche Erwähnungen bezeugen den Ort als "Roneh" (1256) und "Veltrunche" (1277). Der Name rührt wohl von einem Gewässer her. Über verschiedene Adelsgeschlechter gelangte der Ort 1418 an die Grafschaft Württemberg. Feldrennach gehörte zum Amt bzw. Oberamt Neuenbürg und nach dessen Auflösung (1938) bis 1972 zum Landkreis Calw. Zuständige Pfarrei war zunächst Rudmersbach, 1479 verlegte man den dortigen Pfarrsitz nach Feldrennach, das Mutterkirche für die umliegenden Ortschaften war und auch als Marktort Bedeutung hatte. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Feldrennach stark zerstört. Westlich des Ortes liegt das kleine Dorf Pfinzweiler, urkundlich erstmals 1472 als "Pfuntzer Mark" nachgewiesen. Ab 1598 gehörte es ganz zu Württemberg, war aber bereits damals nicht mehr bewohnt. Das heutige Pfinzweiler ist eine Neusiedlung aus dem zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts und war durch einige Familien aus Feldrennach angelegt worden.

Geschichte Langenalb: Der einzige ehemals badische Teilort Straubenhardts ist 1382 als "Langenalbe" zum ersten Mal schriftlich genannt. Auch die Gründung dieses ursprünglichen Waldhufendorfs geht auf die Ausbautätigkeit der Straubenhardter zurück. Seit 1382 hatte die Markgrafschaft Baden hier Besitz, die 1528 mit dem Erwerb von württembergischen Rechten den ganzen Ort unter ihre Herrschaft bringen konnte. Zuständiger Amtssitz war das Oberamt, später Bezirksamt und 1936-1972 der Landkreis Pforzheim. Eine eigene Pfarrei erhielt Langenalb erst 1560; zuvor gehörte der Ort kirchlich zu Rudmersbach bzw. Feldrennach. Auf Langenalber Gemarkung befinden sich zahlreiche Sägmühlen.

Geschichte Ottenhausen: Das Straßendorf ist im Jahr 1327 als "Ottenhusen" erstmals urkundlich bezeugt. Die hochmittelalterliche Besitzgeschichte ist überaus kompliziert. Seit 1418 konnte Württemberg von verschiedenen Familien Herrschaftsrechte erwerben und 1602 mit dem Aufkauf der Anteile der Schöner von Straubenhart ganz Ottenhausen unter seinen Einfluss bringen. Der Ort wurde dem Amt, später Oberamt Neuenbürg integriert und gehörte 1938-1972 zum Landkreis Calw. Große Schäden in Ottenhausen verursachte ein Tornado im Jahr 1968. Bereits seit 1262 ist das in Ottenhausen aufgegangene und mit diesem seit 1909 vereinigte Rudmersbach als "Rutmerspach" nachgewiesen. Der Ort gelangte 1442/43 teilweise an Württemberg und Baden, die Familie Schöner von Straubenhardt behielt aber in Rudmersbach ein Schloss und bis 1602 einen Teil der Ortsherrschaft, die dann ganz an Württemberg überging. Bis 1479 war Rudmersbach Sitz einer Pfarrei. Aus Ottenhausen stammte der gefürchtete "Räuberfänger" Oberamtmann Georg Jakob Schäffer (1745-1814).

Geschichte Schwann: Der Ort entstand als Waldhufendorf durch Siedlungstätigkeit der Herren von Straubenhart. Die früheste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1368 als "Swende"; diese Namenform dürfte aus dem "Schwinden" des Waldes infolge Brandrodung abgeleitet sein. Nach der Zerstörung ihrer auf Gemarkung Dennach gelegenen Stammburg verlegten die Herren von Straubenhart um 1400 ihren Sitz nach Schwann und errichteten dort ein Schloss. Schwann war Mittelpunkt eines Amts- bzw. Gerichtsbezirk der Straubenharter und der mit diesen verwandten Junker von Schmalenstein. Die Hoheit über den Besitz diese beider Familien ging nach und nach an Württemberg und Baden über; ersteres hatte 1528 den Großteil von Schwann inne. Die vermutlich aus Nagold stammende Familie Schöner von Straubenhardt besaß allerdings noch bis ins 17. Jahrhundert Herrschaftsrechte. Zuständiges Amt unter württembergischer Herrschaft war stets Neuenbürg sowie 1938-1972 der Landkreis Calw.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirchen in Feldrennach, Langenalb und Schwann; Schloss Rudmersbach in Ottenhausen... Naar website 

Tiefenbronn

Tiefenbronn ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Die Gemeinde Tiefenbronn mit den Ortsteilen Tiefenbronn, Mühlhausen und Lehningen liegt am Rande des Nordschwarzwaldes. Tiefenbronn liegt an der Würm, die aber nicht direkt durch Tiefenbronn, sondern durch den Ortsteil Mühlhausen fließt. Die heutige Gemeinde Tiefenbronn entstand am 1. Januar 1972 durch Zusammenschluss der Ortschaften Tiefenbronn, Mühlhausen und Lehningen. Das Gemeindegebiet liegt im Grenzbereich von Nordschwarzwald und Gäu rund zehn Kilometer südöstlich von Pforzheim. In der Nähe befindet sich der Hagenschießwald, der westlichste Ausläufer des Nordschwarzwaldes. Über die Ausfahrt Heimsheim besteht Anschluss an die Bundesautobahn A 8.

Geschichte Tiefenbronn: Die urkundliche Ersterwähnung Tiefenbronns als "Dieffenbrunnen" lässt sich auf den Beginn des 12. Jahrhunderts datieren. Es handelt sich um einen Ausbauort, der im frühen Hochmittelalter von Friolzheim aus angelegt wurde. Das Dorf befand sich teilweise im Besitz des Klosters Hirsau und kam im 15. Jahrhundert an die reichsritterschaftliche Familie von Gemmingen, die sich im Laufe der Jahrhunderte in verschiedene Linien aufspaltete und wieder vereinigte. Tiefenbronn gehörte mit sieben weiteren Dörfern, darunter die unten genannten Ortsteile Mühlhausen und Lehningen, zum sogenannten Gemmingischen Gebiet (kurz: Biet), über das der Ritterkanton Neckar und Schwarzwald die Steuer- und Militärhoheit ausübte. Obwohl auch die Markgrafschaft Baden landesherrliche Ansprüche erhob, beschränkte sich deren Einfluss auf Gesetzgebung und höchste Rechtsprechung. Die Sonderstellung des Gemmingischen Gebiets äußerte sich auch in der Konfessionszugehörigkeit: Während in den umliegenden Orten durch Baden oder Württemberg die Reformation eingeführt wurde, blieb die Familie von Gemmingen mit ihren Untertanen katholisch. Infolge dessen hat besonders Tiefenbronn außergewöhnliche sakrale Kunstwerke aufzuweisen. Im Zuge der Mediatisierung geriet Tiefenbronn 1806 ganz unter badische Souveränität. 1839 verkaufte das Haus Gemmingen auch seine grundherrlichen Rechte an Baden. Das Biet gehörte bis 1972 zum Oberamt, Bezirksamt bzw. ab 1936 Landkreis Pforzheim. Neben einigen bedeutenden Mitgliedern der Familie von Gemmingen stammt aus Tiefenbronn der Arzt und Naturwissenschaftler Franz Joseph Gall (1758-1828), der sich als Begründer der Phrenologie (Schädellehre) einen Namen machte.

Geschichte Mühlhausen: Um das Jahr 1100 wird der Ort zum ersten Mal als "Mulhusen" schriftlich genannt. Es handelt sich um einen von Heimsheim aus gegründeten Ausbauort der Merowingerzeit. Für das frühe 12. Jahrhundert lässt sich ein örtliches Adelgeschlecht nachweisen. Über die Herren von Stein zu Steinegg ging die Ortsherrschaft im 15. Jahrhundert an die Familie von Gemmingen über, die hier ein Wasserschloss an der Würm erbaute. Im Jahre 1806 kam der Ort vollständig unter badische Souveränität. 1823 trat Julius von Gemmingen mit dem seine Kinder erziehenden katholischen Geistlichen Alois Henhöfer und einem Drittel der Einwohnerschaft zum Protestantismus über. Henhöfer wurde Pfarrer der neuen evangelischen Pfarrei Mühlhausen und wirkte als Führer einer "Erweckungsbewegung" weit über den Ort hinaus.

Geschichte Lehningen: Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1272: "Loningen"; der Name geht auf einen Personennamen zurück. Lehningen wurde vermutlich als einer der letzten "-ingen-Orte" von Merklingen her angelegt. Im späten 13. Jahrhundert ist örtlicher Niederadel belegt, der in der Bürgerschaft von Weil der Stadt aufging. Wie Mühlhausen gelangte Lehningen an die Familie von Gemmingen und 1806 vollständig an Baden. Kirchlich war und ist Lehningen Neuhausen bzw. Mühlhausen zugeordnet.

Sehenswürdigkeiten: Katholische Magdalenenkirche (frühes 15. Jahrhundert) mit kunsthistorisch sehr bedeutender Ausstattung in Tiefenbronn; katholische Alexanderkirche (ca. 1495) und Wasserschloss in Mühlhausen; katholische Ottilienkirche (ca. 1500) in Lehningen.... Naar website    

Wiernsheim

Wiernsheim ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Der Ort liegt im Heckengäu auf der sogenannten Platte oberhalb des Enztales. Die heutige Gemeinde entstand durch Eingemeindung von Pinache (1. Januar 1970) sowie Iptingen und Serres (beide 1. Januar 1974) in die Gemeinde Wiernsheim. Das Gemeindegebiet erstreckt sich rund 10 bis 15 Kilometer östlich von Pforzheim. Wiernsheim und Pinache liegen auf einer Hochfläche über dem Enztal, der sogenannten Wiernsheimer Platte; Serres befindet sich an deren Rand und Iptingen schmiegt sich noch weiter östlich ins Grenzbachtal.

Geschichte Wiernsheim: Der in der frühen Merowingerzeit gegründete Ort ist im Jahr 1186 als "Winresheim" urkundlich erstmals erwähnt. Der Name deutet auf Ableitung von einem Personennamen hin. Vorübergehend ist lokaler Adel nachgewiesen. Das Kloster Maulbronn war schon früh in Wiernsheim begütert und konnte den Ort im 13. Jahrhundert ganz unter seine Herrschaft bringen. Mit dem Übergang der Oberhoheit über das gesamte Klostergebiets an Württemberg (1504) gelangte auch Wiernsheim unter herzogliche Herrschaft. Württemberg führte im weiteren Verlauf des 16. Jahrhundert die Reformation ein und bildete das Klosteramt Maulbronn. Ab 1806 gehörte die Gemeinde zum Oberamt Maulbronn und 1938-1972 zum Landkreis Vaihingen. Alle vier Wiernsheimer Teilorte erlitten noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges starke Zerstörungen. In Wiernsheim wurde Christian Felix Zeller (1807-1865) geboren, Lehrer in Hohenheim und hessischer Regierungsrat.

Geschichte Iptingen: Das Dorf aus der ältesten frühmittelalterlichen Siedlungsschicht ist in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erstmalig schriftlich als "Ubtingen" überliefert. Der Name geht auf einen Personennamen zurück. Aus der Hand der Herren von Iptingen gelangten Burg und Dorf 1194 an das Kloster Maulbronn. Mit diesem stand der Ort ab 1504 unter württembergischem Schirm und kam zum Klosteramt, später Oberamt Maulbronn. 1842 erfolgte eine Umgliederung zum Oberamt und bis 1972 Landkreis Vaihingen. Aus Iptingen stammte der Weber Johann Georg Rapp (1757-1847), religiöser Separatist und Begründer einer "kommunistischen" Sekte in den USA.

Geschichte Pinache: Im Gegensatz zu Wiernsheim und Iptingen ist die Gründung von Pinache recht genau datierbar: Der Ort wurde erst 1699 von reformierten Glaubensflüchtlingen aus Piemont, den Waldensern, angelegt, die ihn nach einem ihrer Heimatorte im Val Perosa, der heute Pinasca heißt, benannten. Der Name leitet sich ursprünglich vom lateinischen Wort "pinus" (Föhre, Fichte) ab. Die Gemarkung ist damals aus Teilen der umliegenden Gemeinden, v.a. Wiernsheim und Dürrmenz, gebildet worden und gehörte wie diese dem Klosteramt, später Oberamt Maulbronn und 1938-1972 dem Landkreis Vaihingen an. 1823 wurden die reformierten Pfarreien in Württemberg in die evangelische Landeskirche eingegliedert.

Geschichte Serres: Wie Pinache handelt es sich auch bei Serres um eine waldensische Gründung aus dem Jahr 1699, die ihre kleine Gemarkung aus abgetrennten Teilen der Nachbargemeinden erhielt. Der Ortsname leitet sich ebenfalls von einem piemontesischen Heimatort ab und bedeutet etwa Riegel oder Klause. Serres gehörte kirchlich stets zu Pinache und wie dieses zunächst zum Klosteramt, dann Oberamt Maulbronn und schließlich Landkreis Vaihingen. Die Dorfanlagen der Waldensersiedlungen mit ihren schnurgeraden Straßen und den kleinen, giebelseitig stehenden Wohnhäusern sowie zahlreiche Familiennamen, nicht mehr jedoch mit der Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig erloschenen Sprache (dem sogenannten Patois), erinnern bis heute an die fremde Herkunft der ersten Bewohner.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische spätgotische Pfarrkirche, Steinscheuer am Marktplatz in Wiernsheim; evangelische Pfarrkirche (Wehranlage aus dem 16. Jahrhundert) und Fachwerkgebäude in Iptingen; Waldenserkirchen und -häuser in Pinache und Serres... Naar website
 

Wimsheim

Wimsheim ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 12 km südöstlich von Pforzheim und 15 km westlich von Leonberg gelegen. Zur Gemeinde Wimsheim gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften. Wimsheim liegt zwischen 390 und 496 Meter Höhe eingebettet ins obere Grenzbachtal im Heckengäu. Der Grenzbach entspringt in Wimsheim. Wimsheim liegt zehn Kilometer südöstlich Pforzheims im Grenzbereich zwischen nordöstlichem Schwarzwald und dem Neckarbecken. Die Bundesautobahn A 8 verläuft etwa fünf Kilometer südlich des Ortes (Ausfahrt Heimsheim).

Geschichte: Wimsheim wurde erstmals im Jahre 1232 urkundlich als "Winmotshein" erwähnt. Auf der Markung sind merowingische Siedlungsreste nachweisbar. Im Jahre 1232 wurde Wimsheim von den Grafen von Vaihingen an das Kloster Maulbronn verkauft. Mit dem Übergang der Schirmherrschaft über die Abtei gelangte Wimsheim 1504 an das Herzogtum Württemberg. Amtssitz war zunächst das Klosteramt Maulbronn, seit 1806 das weltliche Oberamt Maulbronn. Bereits 1810 erfolgte eine Umgliederung zum Oberamt und ab 1934 Landkreis Leonberg, dem Wimsheim bis zu dessen Auflösung im Jahr 1972 angehörte. Ende des Zweiten Weltkrieges erlitt der Ort Zerstörungen. Viele Wimsheimer arbeiteten früher als Steinhauer, da in der Umgebung Buntsandstein abgebaut wurde. Dieser fand auch beim Bau der stattlichen evangelischen Kirche, dem "Wimsheimer Dom", Verwendung. Aus Wimsheim stammte Christian Friedrich Spittler (1782-1867), Sekretär der Basler Christentumsgesellschaft. Mitte des 19. Jahrhunderts besuchte Eduard Mörike häufig den damaligen Wimsheimer Pfarrer Hartlaub.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirche aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert (mit eingemauertem römischem Viergötterstein in einer Turmecke).  

Wurmberg

Wurmberg ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 10 km östlich von der Kreisstadt Pforzheim im Heckengäu gelegen. Wurmberg liegt auf der so genannten Platte, einem Höhenzug im Nordschwarzwald. Die Gemeinde liegt rund 9 Kilometer östlich Pforzheims auf der sogenannten Platte im Heckengäubereich. Die Bundesautobahn A 8 verläuft direkt an der Markungsgrenze.

Geschichte: Wurmberg entstand infolge von Neurodung im Hagenschießwald und wurde von Wiernsheim her angelegt. Der Ort ist möglicherweise 1194, spätestens aber 1221 urkundlich erstmalig erwähnt. Schon damals ist Besitz des Klosters Maulbronn nachgewiesen, dem es in der Folgezeit gelang, die Ortsherrschaft gänzlich zu erwerben. 1504 wurde der gesamte Klosterbesitz Württemberg zugesprochen, der aus diesen mit der Reformation das Klosteramt Maulbronn bildete, zu dem auch Wurmberg gehörte. Nach den Kriegen des 17. Jahrhundert und den damit zusammenhängenden Bevölkerungsverlusten wurden 1699 in Wurmberg rund 200 Waldenser und Hugenotten, reformierte Glaubensflüchtlinge aus Piemont aufgenommen. Sie bewohnten die neue Siedlung Lucerne, die 1808 mit dem Hauptort politisch vereinigt wurde. 1721 ließen sich nordwestlich von Wurmberg ebenfalls reformierte Glaubensflüchtlinge aus Bärenthal bei Beuron nieder. Sie gründeten den Weiler Neubärental, der vor allem kirchlich eng mit Lucerne verbunden war und erst 1935 vollständig in Wurmberg integriert wurde. Im 19. Jahrhundert zählte Wurmberg zum Oberamt Maulbronn, 1938-1972 zum Landkreis Vaihingen. Schwere Zerstörungen verursachten ein Luftangriff 1945 sowie ein Tornado im Jahr 1968.

Sehenswürdigkeiten: Evangelische Pfarrkirche (1865)... Naar website